Züge wieder im Takt

Nach dem Lokführerstreik der vergangenen Woche fahren die Personenzüge der Deutschen Bahn nun wieder regulär. Bild: dpa

Die Bahn fährt wieder nach Fahrplan, doch für wie lange? Bislang gibt es in dem Tarifkonflikt keinen Verhandlungstermin, die Streik-Gefahr ist nicht gebannt.

Nach dem sechsten Bahnstreik in drei Monaten bewegen sich beide Seiten nur langsam wieder aufeinander zu. Die Suche nach einem Verhandlungstermin läuft noch. "Ich bin zuversichtlich, dass wir so schnell wie möglich mehr sagen können", sagte eine Bahnsprecherin.

Der Chef der Lokführergewerkschaft GDL, Claus Weselsky, deutete ein Entgegenkommen an. "Sie wissen, dass wir kompromissbereit sind", sagte er im ZDF-"Morgenmagazin". Die Züge fuhren unterdessen laut Bahn wieder nach Fahrplan, nur im Güterverkehr gebe es Probleme.

Vorzeitiges Streikende

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hatte ihren Ausstand am Samstagabend beendet - nach 64 Stunden im Personenverkehr und 75 Stunden im Güterverkehr. Am Sonntag fuhren noch viele Züge verspätet oder fielen aus. Die Bahn nannte es ein gutes Signal, dass die GDL parallel zur Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) mit der Arbeitgeberseite verhandeln wolle. "Unser Interesse, durch Verhandlungen faire Lösungen zu finden, ist unverändert hoch", sagte die Sprecherin. Weselsky unterstrich: "Wenn wir fünf Prozent fordern, bildet sich niemand in der GDL ein - auch nicht der Vorsitzende - dass wir fünf Prozent bekommen."

Gefragt, ob eine Einigung vor Weihnachten möglich sei, sagte der Gewerkschaftschef: "Sicherlich ist eine Einigung möglich, wenn wir endlich über die Inhalte verhandeln können." Das verweist jedoch auf den Punkt, in dem die GDL nicht nachgeben will: Sie will für das gesamte Zugpersonal sprechen, nicht nur für die Lokführer. Für Zugbegleiter verhandelt aber die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG).

Die Bahn will verhindern, dass es in einer Berufsgruppe konkurrierende Tarifverträge gibt. Über diesen Punkt waren die Verhandlungen mit der GDL bislang nie hinausgekommen. EVG-Chef Alexander Kirchner warnte vor weiteren Streiks durch die mangelnde Kompromissbereitschaft der GDL. "Ich befürchte, wenn diese Haltung weiter so besteht, wird es zu weiteren Streiks kommen."
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