Zukunft der Energie

Wo früher die Kamine der Maxhütte qualmten, rauchen heute die Köpfe: Mit Hochdruck arbeiten die Wissenschaftler des Instituts Fraunhofer Umsicht in Sulzbach-Rosenberg an neuen Energieformen und Einsatzmöglichkeiten.

Sulzbach-Rosenberg. (cf) Soll die Energiewende gelingen, muss die Speicherfähigkeit von Strom aus Wind und Sonne intelligent und wirtschaftlich gelöst werden. Seit 1990 forschen hier Wissenschaftler; das frühere ATZ gehört seit 2012 zur Fraunhofer-Gesellschaft. Heute zählt das eng mit Fraunhofer in Oberhausen verknüpfte Institut 124 Mitarbeiter und jährlich etwa 50 Studierende aus aller Welt. Mit 50 Millionen Euro förderte bisher der Freistaat die "in die Zukunft gerichtete Forschung". "Es ist sensationell, was hier läuft", bekannte beim 25. Geburtstag des Wissenschafts-Standorts Staatssekretär Bernd Siebler. Kurz vor ihrer Pilotierung steht die "Bio-Batterie": Aus biogenen Reststoffen (etwa organischem Abfall) wird Überschuss-Strom aus Windkraft und Photovoltaik in einem thermisch-katalytischen Prozess in Öl, Gas oder Biokoks gewandelt. Professor Eckhard Weidner (Leiter Fraunhofer Umsicht) fordert hier ein völlig anderes Denken, nämlich Strom als Rohstoff zu sehen. Eine unternehmerische Instituts-Ausgründung für die "Performance-Optimierung" der "Bio-Batterie" erfolgte bereits. Der wissenschaftliche Kopf des Projekts ist der Leiter des Instituts in Sulzbach-Rosenberg, der renommierte Wissenschaftler Professor Andreas Hornung. Die Idee klingt genial: Umwandlung von Abfall in Energie. Wichtig ist dabei die Effizienz, also die Wirtschaftlichkeit. Hornung: "Innovationen aus Bayern für die Welt."

Die "Integration von Speichern als Schlüssel für die Versorgungssicherheit": Dr. James Gasson beleuchtete dieses "Spannungsfeld". Die erneuerbaren Energien besorgen in Deutschland zwar 26,1 Prozent der Stromerzeugung, doch ihr Anteil an der installierten Leistung beträgt 45,5 Prozent. So brachten es die erneuerbaren Energien am 11. April 2014 auf einen Anteil von 79 Prozent, aber am 12. November nur auf 10 Prozent.

Dr. Michael Jakuttis berichtete beim Sommer-Symposion über mobile thermische Energiespeicher: Zur Beheizung eines Schwimmbads oder Gebäudes kommt dann per Lastwagen die Wärme zum Beispiel von Biogasanlagen ("Wärme nimmt Fahrt auf"). Die Speicherkapazität des Lkw-Containers, gefüllt mit Natriumacetat-Trihydrat, beträgt 2000 kWh.
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