Zuwachs für die "Europa-Serie"

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Von November an haben die Europäer eine neue Version des 20-Euro-Scheins im Geldbeutel. Mit immer neuen Sicherheitsmerkmalen will die EZB Kriminellen die Arbeit erschweren - denn Fälscher bringen am liebsten 20er-Blüten unters Volk.

(dpa) Im Wettlauf mit Geldfälschern legen Europas Währungshüter wieder einmal vor: Nach dem Fünfer und dem Zehner haben sie den 20-Euro-Schein neu gestaltet. Ab dem 25. November soll die überarbeitete Banknote unters Volk gebracht werden, bis dahin wollen die Notenbanken 4,3 Milliarden Stück gedruckt haben.

"Die 20-Euro-Note ist wichtig, weil sie einer der am meisten genutzten Scheine im Euro-Raum ist", erklärte EZB-Präsident Mario Draghi bei der Vorstellung des neuen Scheins in Frankfurt. Auch Kriminelle versuchen sich gerne am Zwanziger. Er wechselt häufig den Besitzer und wer einen 20-Euro-Schein als Wechselgeld im Supermarkt bekommt, prüft diesen erfahrungsgemäß nicht so genau auf Echtheit.

Der meist gefälschte Schein

Während in Deutschland im vergangenen Jahr vor allem "falsche Fuffziger" aus dem Verkehr gezogen wurden, dominierte weltweit der 20er unter den aufgespürten Euro-Blüten. Im ersten Halbjahr war fast jeder zweite falsche Euro-Schein weltweit ein 20er (46,5 Prozent), im zweiten Halbjahr waren es sogar 60 Prozent. In Deutschland war 2014 immerhin jede dritte der gut 63 000 entdeckten Falschnoten ein 20er (36 Prozent).

Über Jahre tüftelten Experten der Zentralbanken, wie sie Fälschern das Handwerk weiter erschweren können. Novum beim Zwanziger: Im Hologramm des Scheins ist ein "Porträt-Fenster" enthalten. Hält man die Banknote gegen das Licht, wird das Fenster durchsichtig und es erscheint ein Porträt der mythologischen Gestalt Europa, das von beiden Seiten des Geldscheins zu erkennen ist. "Das Eurosystem setzt mit dem neuen Sicherheitsmerkmal neue Maßstäbe mit Blick auf die Fälschungssicherheit von Banknoten und stärkt somit das Vertrauen in den Euro weltweit", sagte Bundesbank-Vorstand Thiele am Tag der Vorstellung des überarbeiteten Scheins.

Die griechischen Mythenfigur Europa ist zugleich Namensgeberin der zweiten Euro-Generation seit Einführung des gemeinsamen Bargelds 2002: "Europa-Serie".

Sicherheitsmerkmale

Um Falschgeld zu erkennen, kommt es auf die Details an. Denn die groben Faktoren wie Format, Farbe und Bildelemente weichen meist nicht von echtem Geld ab. Wichtig sind deshalb die Sicherheitsmerkmale. Zum Vergleich hilft ein weiterer Schein. Genauer prüfen sollten Verbraucher folgende Merkmale, erklärt die Deutsche Bundesbank:

Wasserzeichen und Glanzstreifen: Auf der Seite entdecken Verbraucher durch Kippen des Scheins das Wasserzeichen. Auf der Rückseite wird bei manchen Scheinen beim Bewegen ein Glanzstreifen sichtbar.

Hologramm: Auf den Vorderseiten der Euro-Scheine befinden sich Hologramme: Bei den Scheinen bis einschließlich 20 Euro als Streifen, ab 50 Euro als daumennagelgroßes Symbol rechts unten. Beim Kippen bewegen sich die Regenbogenfarben auf dem Hologramm.

Der neue 20 Euro-Schein enthält im Hologramm ein Sichtfenster: Hält man das Porträt der mythologischen Gestalt Europa gegen das Licht, wird es durchsichtig, teilt der Bankenverband mit.

Smaragdzahlen: Bei den neuen Versionen des 5-, 10-, und 20-Euro-Scheins glänzt die Zahl unten links auf der Vorderseite - und zwar in Smaragdgrün bis Tiefblau.

Mikroschrift: Wer eine Lupe zur Hand hat, kann sich den Schein einmal ganz genau ansehen. Denn an manchen Stellen wird dann eine Mikroschrift erkennbar.

Relief: Die Finger langsam über die Buchstabenkombination am oberen Rand des Scheins gleiten lassen, kann ebenfalls Aufschluss geben über eine mögliche Fälschung. Das "BCE ECB..." ist bei einem echten Schein nämlich als Reliefstruktur ertastbar. Bei den neuen Scheinen befindet sich diese Buchstabenkombination in Reliefstruktur am linken Rand.

Sicherheitsfaden: Ein bisschen versetzt zur Mitte des Scheins befindet sich ein Sicherheitsfaden - nicht zu verwechseln mit dem Glanzstreifen. Der Faden ist viel dünner. Darin ist der Wert des Scheins angegeben.
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