Zweiter Versuch von Praxair
Neuer Anlauf für Mega-Fusion mit Linde

Im Spätsommer hat Linde die Versuche aufgeben, mit dem US-Rivalen Praxair zusammenzugehen. Beide Seiten konnten sich in wichtigen Punkten nicht einigen. Nun gibt es einen neuen Anlauf.

München. Nach zuvor gescheiterten Verhandlungen könnten sich beim Industriegase-Konzern Linde wieder Gespräche um eine mögliche Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair anbahnen. Praxair habe einen überarbeiteten Vorschlag gemacht, teilte Linde in der Nacht zum Mittwoch mit. Man werde den Vorschlag prüfen. Auch Praxair bestätigte die Kontaktaufnahme mit Linde. Es gebe aber keine Sicherheit darüber, ob ein Deal zustande komme, hieß es. Im September waren Fusionsgespräche zwischen Praxair und Linde vorerst gescheitert. Man sei sich bei der Wahl des Firmensitzes und der Struktur des fusionierten Unternehmens nicht einig geworden, hieß es da. Der Linde-Aufsichtsrat wird am 7. Dezember zusammenkommen, sagte eine mit der Sache vertraute Person der am Mittwoch. Dieser Termin sei aber schon seit längerem geplant. Auf der Agenda dürfte neben drei neu zu besetzenden Vorstandsposten auch der überarbeitete Fusionsvorschlag von Praxair stehen.

Ein Grund für das bisherige Scheitern der Verhandlungen mit Praxair war laut Linde-Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle auch ein Streit zwischen dem damaligen Linde-Finanzchef Georg Denoke und dem Vorstandschef Wolfgang Büchele. Denoke musste seinen Hut nehmen und Büchele teilte mit, dass er nicht für eine zweite Amtszeit zur Verfügung stehe. Zuvor war bereits Linde-Amerika-Chef Tom Blades zum Baudienstleister Bilfinger gewechselt und ist dort seit Sommer Unternehmenschef.

Linde kämpft mit sinkenden Umsätzen und Gewinnen im Anlagenbau, weil vor allem die ölverarbeitende Industrie wegen der niedrigen Ölpreise wenig investiert. Der Vorstand hat deshalb im Oktober einen Stellenabbau angekündigt. Unter anderem prüft Linde, den Standort Dresden mit 500 Mitarbeitern zu schließen. In Pullach bei München könnten 15 bis 20 Prozent der über 3000 Stellen abgebaut werden. Linde beschäftigt weltweit 65 000 Mitarbeiter, davon rund 8000 in Deutschland.
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