Insolvenzverfahren gegen Golden Gate Gmbh: Bundeswehrkrankenhaus wieder auf dem Markt
Ex-Krankenhaus ist wieder zu haben

Das einstige Bundeswehrkrankenhaus an der Köferinger Straße im März 2015. 1958 war es als Lazarett eröffnet worden. Im März 2007 schloss die Einrichtung mit ihren damals über 150 Betten ihre Pforten. Bild: Steinbacher

Amberg.(ben) Das Bundeswehrkrankenhaus (BWK) ist wieder auf dem Markt. Das Amtsgericht München hat das Insolvenzverfahren über das Vermögen der Eigentümer-Holding, der Golden Gate GmbH, eröffnet. Um Gläubiger zu befriedigen, setzt Insolvenzverwalter Axel W. Bierbach (München) darauf, aus dem Erlös der Immobilie Kapital zu erwirtschaften.

Der Lack ist ab, wenngleich sich an der Köferinger Straße noch viele interessante Entwicklungen ergeben könnten. Zunächst aber hat die gezielte Suche nach einem Käufer und Investor für das ehemalige BWK-Gelände samt der darauf vorhandenen Gebäude begonnen. Am Dienstag bestätigte dies Bierbach, als er zunächst darlegte, dass die Zahlungsunfähigkeit zwar direkt nur die Golden Gate GmbH als Holding betreffe. Deren Amberger Tochter aber, die Park Campus GmbH, werde mit ins Boot geholt, um die Gläubiger einer 30-Millionen-Euro-Anleihe der Muttergesellschaft bedienen zu können: "Ich möchte, dass die Immobilien veräußert, in die Golden Gate abgeführt und damit die Geldgeber befriedigt werden können", ließ der Münchener Jurist keine Zweifel an seinen Absichten.

Großer Zapfenstreich

Betroffen davon ist das über 80 000 Quadratmeter große Gelände, das einst ausschließlich von der Bundeswehr bewirtschaftet wurde - ehe es im März 2007 zum großen Zapfenstreich für die militärische Nutzung kam. Nach einer Phase des Stillstands traten die Golden-Gate-Immobilien-Experten aus der Landeshauptstadt auf den Plan und erwarben 2009 das Areal samt der darauf befindlichen Bauten für 4,6 Millionen Euro.

Verschiedene Konzepte wurden fortan durchgespielt, auch das einer weiteren klinischen Fortführung. Doch daraus wurde nichts. Allerdings zeichneten sich durchaus positive Ansätze ab, als die Eigentümer umsattelten und fortan eine Wohn- und Gewerbenutzung forcierten. Mieter zogen in Appartements ein, die Bundeswehr sicherte sich ebenso Räume wie Siemens und auch der Bezirk Oberpfalz mit der vorübergehenden Unterbringung einer Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Pleite von Golden Gate

Doch dann war Golden Gate im vergangenen Oktober pleite - und nicht in der Lage, die erwähnte Anleihe samt der in Aussicht gestellten Zinsen von knapp zwei Millionen Euro zu begleichen. Der Gang zum Konkursgericht war unvermeidlich. Damals nahm Dr. Hans Volckens seine Arbeit bei der Park Campus GmbH als Sanierungs-Geschäftsführer auf. Er ist nun auch in die Vermarktung mit eingebunden, bestätigte er am Dienstag am Telefon. Aktuell gehe es um die Bestimmung des Marktwerts der Ex-BWK-Liegenschaften, legte er dar. Er sprach von einem "vernünftigen Wert", über den zu reden sei. Er wollte sich dabei nicht auf die Summe von rund 20 Millionen Euro versteifen, die in einem Gutachten hinsichtlich des Verkehrswerts genannt worden war.

Noch keine Angebote

Volckens unterstrich, dass man bemüht sei, das Quartier in seiner Gänze zu verkaufen: "Wir wollen es nicht scheibchenweise veräußern." Er wusste von einigen durchaus ernstzunehmenden Interessenten, sagte aber auch: "Angebote liegen uns noch keine vor." Park Campus strebe einen sehr engen Schulterschluss mit der Stadt an, bekräftigte Volckens und setzte noch eins drauf: "Die Stadt wäre ein geborener Käufer - weil es hier ja um eine große Entwicklung geht." Insofern würde sich ein solcher Schritt anbieten.

Unabhängig davon, wer letztlich zum Zuge kommt, sicherte Volckens den aktuellen Mietern zu, bleiben zu können: "Da wird es keine Veränderungen geben." Über die Bühne gehen solle das Geschäft auf jeden Fall noch in diesem Jahr.
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