Kraftfahrt-Bundesamt verpflichtet zum Nachbessern
Zwangsrückruf für VW in Deutschland

(dpa/tsa) Der Skandal um manipulierte Abgaswerte zwingt den VW-Konzern zur größten Rückrufaktion in der Firmengeschichte. In den 28 Ländern der Europäischen Union holt Volkswagen rund 8,5 Millionen Diesel-Fahrzeuge in die Werkstätten, wie der Konzern am Donnerstag mitteilte. Rund 2,4 Millionen davon entfallen auf die VW-Heimat Deutschland, wie die Wolfsburger berichteten. Diese Zahl hatte auch das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) zuvor genannt. In Deutschland soll die Großaktion zum Austausch der Software im Januar 2016 starten und sich bis Jahresende ziehen. Das Bundesamt werde "den Beginn und den Fortgang der Rückrufaktion überwachen", sagte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Bei freiwilligen Nachbesserungen unter der Regie des Konzerns bleibt es also nicht. Die Aktion trifft vor allem die VW-Kernmarke. Aber auch die VW-Schwestermarken Audi, Seat, Skoda und einige VW-Nutzfahrzeuge zählen zu den Betroffenen. Laut KBA muss VW seine Steuerungssoftware als "unzulässige Abschalteinrichtung" entfernen und sicherstellen, dass die Abgasvorschriften eingehalten werden. Für die Autofahrer ändert sich bis dahin nichts. "Die Fahrzeuge sind verkehrssicher und können deswegen auch im Einsatz ganz normal gefahren werden", sagte Dobrindt. Halter müssen erst aktiv werden, wenn sie von VW Post bekommen. Die Rückrufaktion ist dann aber für sie Pflicht. Ein KBA-Sprecher sagte, dass in letzter Konsequenz den Haltern die Stilllegung der Wagen drohe, falls sie sich weigern, diese in die Werkstatt zu bringen. Ein Oberpfälzer VW-Händler reagierte auf die Neuigkeiten kritisch. "Die Entwicklungen verunsichern viele Kunden, da sie die Konsequenzen dieser Meldungen nicht einschätzen können", berichtete eine Sprecherin des Autohauses.
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