Zuwächse für Bayer und Henkel
Zwei Abschiede mit Rekordzahlen

Dicker Ordner, gute Zahlen: Henkel-Chef Kasper Rorsted bei der Bilanzvorlage. Bild: dpa

Bei zwei großen, Dax notierten Konzernen geht in den kommenden Monaten der Vorstandsvorsitzende. Kasper Rorsted, Chef bei Henkel, wechselt zu Adidas. Von Bayer verabschiedet sich Marijn Dekkers. Am Donnerstag legten beide noch einmal Zahlen vor.

Düsseldorf/Leverkusen. Henkel-Chef Kasper Rorsted verabschiedet sich mit einem Rekordergebnis. Der operative Gewinn des Konzerns stieg im vergangenen Jahr um knapp 13 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro. Auch unter dem Strich verdiente der Konsumgüterriese (Persil, Schwarzkopf) deutlich mehr. Der auf die Anteilseigner entfallende Überschuss kletterte um 18 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Davon sollen auch die Aktionäre etwas haben. Die Dividende will Henkel um gut 12 Prozent auf 1,47 Euro je Vorzugsaktie und 1,45 je Stammaktie erhöhen.

Schwieriges Umfeld


2016 will Henkel weiter zulegen. Das wirtschaftliche und politische Umfeld werde aber weiterhin schwierig bleiben, sagte Rorsted. Alles in allem hinterlässt er seinem designierten Nachfolger, dem bisherigen Kosmetik-Vorstand Hans Van Bylen, aber ein gut bestelltes Haus. Der Konzern kann vor allem auf starke Marken wie Persil, Schwarzkopf oder Loctite bauen. Im vergangenen Jahr machten die zehn wichtigsten Marken im Henkel-Reich über 60 Prozent des Umsatzes aus. Dieser legte angetrieben vom starken Dollar sowie Zukäufen konzernweit um 10 Prozent auf 18,1 Milliarden Euro zu. Neu eingeführte Produkte wie ein Männer-Shampoo kurbelten das Wachstum im Kosmetik-Geschäft an. Das Plus von 2,1 Prozent ging dabei auf das Konto der Schwellenländer sowie Nordamerika. In Westeuropa machten der Preiskampf und der starke Wettbewerb dem Hersteller dagegen zu schaffen. Die wichtigste Sparte ist für Henkel das Klebstoffgeschäft, das aus eigener Kraft um 2,4 Prozent wuchs. Die Tochter ist allerdings stark von der Nachfrage aus der Industrie abhängig. Henkel hatte daher im Jahresverlauf weltweit 1200 Stellen abgebaut.

Van Bylen wird zum 1. Mai die Leitung des Konzerns übernehmen. Rorsted, seit 2008 Henkel-Chef, wird Düsseldorf verlassen und im Sommer zum Sportartikelhersteller Adidas wechseln. Dort soll er wenige Monate später Nachfolger von Vorstandschef Herbert Hainer werden.

Starke Pharmasparte


Ebenfalls im Mai tritt Werner Baumann bei Bayer die Nachfolge von Marijn Dekkers an. Baumann kann die Früchte der erfolgreichen Pharmaforschung der vergangenen Jahre ernten. Die Umsätze mit in den vergangenen Jahren neu auf den Markt gebrachten "Blockbuster"-Medikamenten - Xarelto, Eylea, Adempas, Stivarga und Xofigo - stiegen im vergangenen Jahr kräftig und erreichten 4,2 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 45 Prozent, wie Dekkers am Donnerstag bei seiner letzten Bilanzpräsentation berichtete. Die Pharmasparte ist im neuen Konzern der mit Abstand umsatz- und ertragsstärkste Bereich - vor dem Pflanzenschutz und dem Geschäft mit rezeptfreien Arzneimitteln. Allerdings ist das Pharmageschäft auch mit hohen Risiken behaftet. So sieht sich der Konzern in den USA mit den Schadenersatzklagen von 4300 Anwendern des neuartigen Gerinnungshemmers Xarelto konfrontiert - wegen Gesundheitsschäden, die durch die Einnahme des Medikaments verursacht worden sein sollen. Mit weiteren Klagen sei zu rechnen, heißt es im Bayer-Risikobericht. Bayer weist die Vorwürfe zurück.

Dekkers verabschiedete sich mit einem Rekordjahr. Der Umsatz legte um gut 12 Prozent auf den Rekordwert von 46,3 Milliarden Euro zu. Bereinigt um Zu- und Verkäufe sowie um Wechselkursschwankungen lag das Plus bei 2,7 Prozent. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sowie vor Sonderposten stieg um 18,2 Prozent auf 10,3 Milliarden Euro. Unter dem Strich blieben 4,11 Milliarden Euro, ein Fünftel mehr als ein Jahr zuvor.
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.