42-Jähriger schiebt Schuld an Betrug auf Partnerin - 37-Jährige zu Freiheitsstrafe auf ...
Bei Bulldog-Kauf voll auf Ehefrau verlassen

Lokales
Dieterskirchen
17.01.2015
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"Ich habe meinen Mann da hineingeritten", gestand eine 37-Jährige, die zusammen mit ihrem 42-jährigen Mann vor dem auf der Schwandorfer Amtsgericht auf der Anklagebank saß. Das Paar sollte sich wegen Betrugs verantworten, da es bei einem Landtechnikhandel in Dieterskirchen einen Bulldog für rund 90 000 Euro abgeholt aber nicht bezahlt hatte.

Zu schnell unterschrieben

Unterschrieben hatte den Kaufvertrag der Ehemann. Er hatte aber bei einer Gerichtsverhandlung im Dezember bereits erklärt, er habe sich dabei auf seine Frau verlassen. Nun beteuerte er erneut, die Frau habe ihn bezüglich der Finanzlage falsch informiert. Richterin Petra Froschauer, wollte das nicht so einfach glauben. Die 37-jährige Mitangeklagte nahm nun tatsächlich die ganze Schuld auf sich. Sie habe in den Kauf des Bulldogs eingewilligt, weil sie dafür aus einem Bausparvertrag in Höhe von 92 000 Euro einkalkuliert habe. Erst beim genaueren Hinsehen habe sie bemerkt, dass dieser Bausparvertrag erst ein Jahr später fällig wird, doch da war der Kaufvertrag für den Bulldog schon unterschrieben.

In Laufe der Verhandlung stellte sich heraus, dass dieser Bausparvertrag eigentlich dafür vorgesehen war, einen Kredit für eine Photovoltaik-Anlage abzulösen. Er sei da eben zu leichtgläubig gewesen und habe sich ganz auf seine Frau verlassen, beteuerte der mitangeklagte Ehemann. Auch als eine Verkäuferin wegen der Geldforderung ständig anrief, wurde er nicht misstrauisch. Inzwischen ist das Fahrzeug wieder beim Händler, dem durch den geplatzten Deal etwa 7000 Euro Schaden entstanden ist.

Die Richterin fasste zusammen: "Der Mann hat für eine Landwirtschaft, die ihm nicht einmal gehört, einen Traktor gewollt, die Frau war für die Zahlung zuständig und nun wird die ganze Schuld auf sie geschoben". Der Staatsanwalt sah den gemeinschaftlichen Betrug als erwiesen an und forderte für beide Ehepartner eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, die zur Bewährung ausgesetzt werden könne.

Freispruch für Ehemann

Der Verteidiger des 42-Jährigen, Michael Frank, forderte einen Freispruch für seinen Mandanten, die Ehefrau hatte auf einen Rechtsbeistand verzichtet. Der Richterin bleib nichts anders übrig, als die Angeklagte nach ihrem Geständnis wegen Betrugs zu verurteilen. Freispruch für ihn, ein Jahr Freiheitsstrafe für sie, lautete die Konsequenz. Die Strafe wurde zur Bewährung ausgesetzt.
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