Ausbau mit Landschaftsplaner

Die Gemeindeverbindungsstraße Dieterskirchen-Prackendorf verläuft durch das Naturpark-Schutzgebiet. Für den geplanten Ausbau fordern die Behörden einen landschaftspflegerischen Begleitplan. Bild: Mardanow
Lokales
Dieterskirchen
29.04.2015
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Der Straßenausbau nach Prackendorf sorgte im Gemeinderat für ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst ärgerten sich die Räte über die Forderung der Naturschutzbehörde, einen Landschaftsplaner einzuschalten. Dann zauberte ein "Schnäppchenpreis" wieder ein Lächeln auf die Gesichter.

In ihrer Stellungnahme zum geplanten Ausbau der Gemeindeverbindungsstraße (GVS) Dieterskirchen-Prackendorf hatte die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt eine landschaftspflegerische Begleitplanung gefordert. "Anfangs war das nicht verlangt", wunderte sich Bürgermeister Hans Graßl, der den Auftrag dazu bereits in einer Eilentscheidung an Landschaftsarchitekt Andreas Thammer (Winklarn) vergeben hatte.

Projekt nicht gefährden

Laut den Unterlagen, die den Gemeinderäten in der Sitzung am Dienstag vorlagen, sei dies die einzige Möglichkeit gewesen, um den Ausbau nicht zu stoppen oder zu gefährden. Die Behörde erklärte das Projekt zwar als "grundsätzlich zustimmungsfähig", sie forderte aber neben dem landschaftspflegerischen Begleitplan samt spezieller Artenschutzprüfung auch eine "Verträglichkeitsabschätzung" nach der Fauna-Flora-Habitat(FFH)-Richtlinie. Bei dieser Vorprüfung werden mögliche Auswirkungen auf Natur und Umwelt ermittelt.

Kritik an dieser "ausufernden Bürokratie" übte Ratsmitglied Johann Lindl, schließlich werde die neue Straße zum Großteil auf dem bisherigen Verlauf errichtet. Bürgermeister Hans Graßl verwies auf die Lage der Gemeinde im Naturpark-Gebiet: "Bei uns wird sich immer etwas Schützenswertes finden, da bräuchten wir bald gar nichts mehr bauen."

André Schille, Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft, ergänzte, dass das Projekt möglicherweise von einem Biologen begleitet werden müsse. Insgesamt seien für Maßnahmen rund um die Umsetzung des landschaftspflegerischen Begleitplans 15 000 Euro eingeplant, laut Architekt Thammer sollte das ausreichend sein. Bei intensiven Gesprächen mit der Naturschutzbehörde sei mittlerweile erreicht worden, dass dem Baubeginn grundsätzlich nichts im Wege steht. Maßnahmen, die sich aus der landschaftspflegerischen Planung ergeben, könnten während oder nach Abschluss der Arbeiten umgesetzt werden. Das Gremium genehmigte schließlich nachträglich die Auftragsvergabe an den Landschaftsarchitekten zu einem Pauschalpreis von 3998,40 Euro.

Fast schon als Ausgleich scheint es nun, wenn die Baukosten für das Straßenprojekt zwischen Dieterskirchen und Prackendorf erheblich günstiger werden. Dem Gremium lag das Ergebnis der Ausschreibung vor, aus sieben Angeboten war die Baufirma Seebauer (Girnitz) mit 690 597,78 Euro der wirtschaftlichste Bieter. Das sind rund 200 000 Euro weniger, als ursprünglich an Kosten im Haushaltsplan (890 000 Euro) vorgesehen. "Das war nicht zu erwarten und tut uns gut", freute sich Bürgermeister Hans Graßl in der Sitzung. Mit der Vergabe an das regionale Unternehmen zeigte sich das komplette Gremium einverstanden.

Baupläne genehmigt

Grünes Licht erhielten noch zwei Bauanträge: Wolfgang und Edeltraud Schlagenhaufer können in der Lindenstraße ihr Dachgeschoss ausbauen und eine Dachgaube entrichten. Maria Walbrun darf in der Oberviechtacher Straße eine Dachgaube auf ihrem Wohnhaus verbreitern.
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