Pottenhof schmückt sich

Die Kinder haben schon mal bunte "Schwartlen" bemalt, um auf das Dorffest aufmerksam zu machen. Bild: hfz
Lokales
Dieterskirchen
18.06.2015
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Pottenhof, der kleine Ort, der zur Gemeinde Dieterskirchen zählt, hat alles, was ein ordentliches Dorf braucht. Ein Schloss, einen Backofen, einen Dorfweiher - aber vor allem jede Menge rührige Einwohner. Das stellen sie alle fünf Jahre unter Beweis.

Alle fünf Jahre feiern die Bürger das Pottenhofer Dorffest. Heuer steigt die Sause am Samstag, 18. Juli, ab 14 Uhr am und rund um den Dorfplatz.

"Dass hald aa amal a Fest is", sagt Richard Brunner, war die Ur-Motivation für das erste Dorffest im Jahr 1995. Das den Anspruch hatte, an einst glorreiche Feste in den 20er und 30er Jahren des vergangenen Jahrtausends anzuknüpfen. Akteure fanden sich schnell genug in den rund 20 Anwesen. Die Damen boten ihre weithin bekannten Zuckerkuchen frisch aus dem heimischen Backofen dar.

Auf Bobbycar durchs Dorf

Die Herren zapften Bier und spielten Blechmusik - sogar ein bierseliger Festzug formierte sich um Punkt Mitternacht und spielte launig durch die Gassen. Er zog sogar die steile Anhöhe übers "Tradl" bis zum letzten Anwesen, zum "Gide"-Hof hinauf. Voilà. Ein Anfang war gemacht, den die Pottenhofer alle fünf Jahre zu topen versuchten. Zuletzt mit einem Bobbycar-Rennen mitten durchs Dorf.

Auch heuer hat sich das Organisationsteam rund um Richard Brunner, der "Angerweber", bereits einiges einfallen lassen, um die Gäste zu bewirten und zu bespaßen. Ab 14 Uhr duftet der Zuckerkuchen aus dem Holzbackofen, an dem der Sigi Regie führt. Später legt er Pizzen nach. Dazu backen die versierten Pottenhoferinnen Schmalzkücherl, "bis sie wunde Kniescheiben vom Auszeing haben", versprechen die Pottenhofer. Für noch mehr kulinarische Genüsse sorgt die Festküche Simmerl aus Winklarn, das Bier und die nichtalkoholischen Erfrischungen stammen von der Rhaner-Brauerei.

Eine liebgewonnene Tradition ist in Pottenhof außerdem, alle ehemaligen Bewohner des Ortes anzuschreiben und persönlich zum Fest einzuladen. "90 Briefe sind dieses Jahr rausgegangen, unter anderem nach Australien, Amerika und Italien", versichert Brunner. Das Fest bietet die Gelegenheit, die alte Heimat zu besuchen - mit einem großen Hallo. Ab 19 Uhr findet dann die Vorabendmesse unter freiem Himmel statt, bevor die weltliche Feier mit einem Kickerturnier am Abend anbricht.

Pottenhof ist nicht nur für seine lange Geschichte seit dem 16. Jahrhundert bekannt, sondern hat sich in der Moderne einen Namen als Kickerhochburg gemacht. Das liegt an den Hubatsch-Brüdern, die ihre kleinen Spieler tanzen lassen und die Szene des Tischfußballs gnadenlos dominieren. Wer Lust hat, kann sich gern an den Stangen gegen einen der drei Großmeister versuchen. Für Musik sorgt die Blaskapelle Dieterskirchen, die - wie gewohnt des nächstens zur zwölften Stunde - den Festzug anführt. "Des hod bei uns Tradition, dass mir an Vogl ham", kommentiert Brunner den Festablauf humorig.

Bilder von anno dazumal

Er kann einem jeden nur empfehlen, vorbeizuschauen. "Wir feiern in sehr kleinem, aber feinem Rahmen", versichert er. Unter anderem zeigt eine historische Bilderausstellung, wie es früher in Pottenhof ausgesehen hat - und der ein oder andere Schlepper von anno dazumal wird auch eintuckern.
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