Rollen ohne Risiko

Damit der Gehsteig nicht zum Hindernisparcours für Rollstuhlfahrer und Rollator-Nutzer wird, nimmt die Gemeinde Dieterskirchen nun strategisch wichtige Stellen ins Visier und sorgt für abgesenkte Bordsteinkanten. Die Einmündung der Weichelauer Straße in die Staatsstraße (Bild) war schon an der Reihe. Bild: hfz
Lokales
Dieterskirchen
08.09.2015
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Die Bordsteinkante ist ein klares Signal: Hier haben Autos nichts verloren. Doch für Rollstühle und Rollatoren ist die Stufe ein Hindernis. Die Gemeinde Dieterskirchen bahnt jetzt den Weg für barrierefreie Routen an.

"Ein weiterer kleiner Schritt zur stufenweisen Verbesserung der Barrierefreiheit in der Gemeinde Dieterskirchen ist getan", meldet Bürgermeister Hans Graßl. Im Blick hat er dabei einen abgesenkten Gehsteig an der Ecke Weichelauer Straße/Staatsstraße in Richtung Schule. In diesem Fall kam die Anregung von einem Rollstuhlfahrer, der in der Nähe wohnt. Doch der Bürgermeister hofft, dass die Bürger noch weitere Tipps haben, wie die Fortbewegung für Menschen mit Handicap erleichtert werden könnte.

"Direkt an der Schule haben wir auch schon etwas von der Kante weggenommen", berichtet Graßl, der als weitere Baustelle das Areal um das Lebensmittelgeschäft Paumer im Visier hat. Im Rahmen der Dorferneuerung habe sich innerorts auch schon einiges getan, um die Hürden abzusenken.

"Wir warten noch auf weitere Vorschläge", sagt der Bürgermeister, der dieses Thema auch bei der jährlichen Bürgerversammlung für Senioren zur Sprache bringt: "Überall, wo die Straße gequert wird, wird es noch Stellen geben", schätzt er. Denn nicht nur für Rollstühle, auch für Rollatoren sind die Bordsteinkanten ein nicht zu unterschätzendes Hindernis.

"Ich war die letzten zwei Jahre selbst mit den Enkeln im Kinderwagen unterwegs", berichtet der Bürgermeister: "Da merkt man, dass das gar nicht so einfach ist, vor allem wenn man noch Taschen dabei hat." Immerhin gelte es da, einen 90-Grad-Winkel zu meistern, für die Senioren sei das oft nicht so einfach.

Und mit den geburtenstarken Jahrgängen, die langsam ins Seniorenalter kommen, werden zunehmend auch Rollatoren das Ortsbild prägen. Inzwischen gibt es auch Modelle mit Lichtsensor, die Alarm auslösen, wenn die Gehhilfe umkippt. So weit soll es in Dieterskirchen gar nicht erst kommen. An strategisch wichtigen Stellen wird Zug um Zug die Barrierefreiheit ausgebaut und gleichzeitig ein Beitrag zur Familienfreundlichkeit geliefert. Experten gehen allerdings davon aus, dass es in Deutschland bald mehr Rollatoren geben wird als Kinderwagen.
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