Schwachpunkt Schichtdienst

Lokales
Dieterskirchen
14.10.2014
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Durchschnittlich 45 bis 46 Jahre alt sind die Polizisten in der Oberpfalz. Doch schon jetzt sind viele aus gesundheitlichen Gründen vom Schichtdienst befreit - zulasten ihrer fitten Kollegen, klagt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) und legt den Finger auf einen weiteren wunden Punkt.

Kurt Kopf, stellvertretender Personalratsvorsitzender, nahm bei der Jahreshauptversammlung der GdP-Kreisgruppe Oberviechtach-Neunburg die personelle Situation der Polizei auf Bezirksebene unter die Lupe. Er kritisierte dabei als Gewerkschaftler die "nicht mehr funktionierenden Strukturen" im Beförderungswesen.

Oft überlastet

Im Vereinslokal "Alter Wirt" in Bach bezog Kopf Stellung zu einem Minus von 18 Beamten im Vorjahr. Heuer seien die Versprechungen eingehalten worden, für die in Pension gehenden Beamten gebe es sogar zwei Personen mehr als Ersatz. Das Problem der Polizeibeamten im Bezirk Oberpfalz sei, dass aufgrund der Altersstruktur und durch Überbelastung ein immer größer werdender Teil der Beamten nur eingeschränkt zu verwenden ist.

Damit könnten viele keinen Schicht- oder Außendienst verrichten. Das gehe dann zulasten derer, die noch voll einsatzbereit und oft überbelastet sind. Dem Soll von 2196 Beamten stünden 2072 Beamte im Bezirksbereich Oberpfalz gegenüber, bei einem Altersdurchschnitt von 45 bis 46 Jahren sei absehbar, wie viele Beamte in den nächsten Jahren in ihrer Verwendung als eingeschränkt eingestuft würden.

Als "Gewerkschaftler" übte Kurt Kopf außerdem Kritik an einem Verwaltungsgerichtsurteil aus dem Jahr 2008. Dieses Urteil habe das Beförderungsziel "Polizeihauptmeister mit Zulage mit 43 Jahren" total durcheinandergebracht, da dadurch junge Beamte diesen Dienstgrad weit früher erreichen und ihre älteren Kollegen nicht befördert werden könnten. Aufgrund dieser "nicht tragbaren Beförderungsstruktur" gebe es in Bayern 3000 Beamte, die nicht zeitgerecht befördert werden könnten - wodurch deren Motivation sicher nicht gesteigert werde.

Auch die alte Forderung, für den "Dienst zu ungünstigen Zeiten (DuZ) einen Zuschlag von fünf Euro je Stunde zu zahlen, sei nicht berücksichtigt worden. Der Betrag von 2,65 Euro je Stunde sei einfach nicht mehr zeitgemäß und entspreche nicht den gesteigerten Anforderungen an die Beamten. Ein "heißes Thema" sei auch die neue Uniform für die Polizeibeamten, bisher könne lediglich von der Farbe Blau ausgegangen werden.

Die favorisierte österreichische Uniform habe beim praktischen Versuch viele Schwächen gezeigt, der Trend gehe nun zur Baden-Würtembergischen Uniform, doch auch die Finanzierung und eine geplante Kostenbeteiligung der Beamten biete genügend Zündstoff für Diskussionen.

Neue Mitglieder

Positivere Aspekte rückte GdP-Kreisgruppenvorsitzender Karl-Heinz Pieper in den Mittelpunkt. Er freute sich darüber, dass auch "Ehrengendarm" Wilfried Neuber und der immer noch mit Leidenschaft für die Belange seiner ehemaligen Kollegen kämpfende Gewerkschaftler Richard Wirth zur Versammlung gekommen waren. Er bezifferte den Mitgliederstand der Kreisgruppe auf 33, darunter 11 Pensionisten und 6 Frauen. Der stellvertretende Dienststellenleiter der Oberviechtacher Inspektion, Georg Pfannestein, und Beatrix Daiminger gehören zu den neuen Mitgliedern.

Im Dezember des Vorjahres hatte Pieper am Polizeitag in München teilgenommen, bei dem den zuständigen Landtagsabgeordneten die Belange der Polizeibeamten vorgetragen wurden. Diese Abgeordneten bezogen auch zu den aktuellen Themen Stellung. Pieper erinnerte an den verstorbene Kollegen Ernst Treiber, der posthum für seine 40-jährige Mitgliedschaft in der GdP geehrt wurde. Außerdem rückte er gesellschaftliche Veranstaltungen ins Blickfeld, darunter eine Wanderung nach Plöß, die traditionelle Osteraktion oder eine Werbeaktion mit Malbüchern.
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