Gemeinderat bringt Haushaltsplan einstimmig auf den Weg
Steuerkraft lässt Umlage steigen

Politik
Dieterskirchen
19.03.2016
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Ohne Debatte und jegliche Gegenstimme ging das Zahlenwerk über den Ratstisch. Als "vernünftige Grundlage" sieht Bürgermeister Hans Graßl den Haushaltsplan 2016. Bei den Schulden nähert sich die Gemeinde einem wichtigen Richtwert an.

Mit einstimmigen Beschlüssen ist die Gemeinde ins neue Haushaltsjahr gestartet. Zuvor hatte Kämmerin Martina Held dem Gremium die Zahlen des Etats aufgetischt und die Eckdaten des Investitionsprogramms für 2016 erläutert. Bei einem Gesamtvolumen von über 2,2 Millionen Euro bleibt die Gemeinde zwar weiter auf Konsolidierungskurs, kann aber trotzdem Geld für wichtige Investitionen in die Hand nehmen (siehe Infokasten).

Personalausgaben steigen


Auf der Einnahmenseite verbucht die Gemeinde ein Plus bei der Einkommensteuer um 25 000, die Betriebskostenförderung für den Kindergarten steigt um 15 750 Euro. 12 200 Euro mehr in die Kasse spülen Gebühren für Kanal und Kindergarten. Bei den Ausgaben ist ein Anstieg der Kreisumlage um 16 450 Euro auf über 361 000 Euro zu stemmen. Kreisweit sinkt zwar der Umlagesatz, doch wegen der höheren Steuerkraft kann Dieterskirchen nicht davon profitieren. Um über 37 000 Euro steigen die Personalausgaben. Auslöser sind Stundenerhöhungen wegen gestiegener Kinderzahlen im Kindergarten und die Neueinstellung einer weiteren Kraft.

Keine Pause legt die Gemeinde beim Abstieg vom Schuldenberg ein. 75 900 Euro werden heuer getilgt, so dass sich die roten Zahlen bis zum Jahresende auf 809 588 Euro reduzieren werden. Vor vier Jahren bewegten sich die Schulden noch bei über einer Million Euro.

Pro Kopf weniger Miese


Die Kämmerin wies darauf hin, dass sich die Pro-Kopf-Verschuldung langsam aber stetig dem Landesschnitt von 714 Euro annähere - heuer wird dieser statistische Richtwert für Dieterskirchen bei 789,84 Euro liegen. Läuft alles glatt, soll diese Marke in den nächsten Jahren sogar unterboten werden. Held rechnet damit, dass der Pro-Kopf-Wert sich bis Ende 2019 auf 477 Euro einpendelt.

Bürgermeister Hans Graßl nahm die Zahlen erfreut zur Kenntnis: "Damit haben wir eine gute Grundlage für dieses Jahr gelegt", so lasse es sich vernünftig arbeiten. Das sah offenbar auch der Rest des Gremiums so - der Haushalt samt Satzung und Stellenplan wurden ohne Diskussion abgenickt.

Zuvor rückte das vergangene Haushaltsjahr in den Fokus: Der Blick auf das Rechnungsergebnis für 2015 offenbarte beim Großteil der Einnahmen und Ausgaben eine positive Entwicklung. Exemplarisch genannt wurden ein Plus von 35 000 Euro bei der Gewerbesteuer und über 54 500 Euro, die weniger für den Verwaltungs- und Betriebsaufwand ausgegeben wurden.

Durch Mehreinnahmen und Einsparungen hatte sich auch die Zuführung an den Vermögenshaushalt deutlich erhöht: Ursprünglich mit 146 400 Euro angesetzt, liegt sie nun tatsächlich bei fast 290 000 Euro. Das Gremium nahm die Zahlen zur Kenntnis, der Schlussstrich wird nach der Prüfung durch den Rechnungsausschuss gezogen.

Eckdaten zum HaushaltsplanGesamtvolumen: 2,204 Millionen Euro; Verwaltungshaushalt: 1,49 Millionen Euro; Vermögenshaushalt: 716 000 Euro.

Wichtigste Einnahmen: Einkommensteuer 433 000 Euro, Schlüsselzuweisung 342 100 Euro, Gewerbesteuer 160 000 Euro, Zuweisungen 140 950 Euro.

Wichtigste Ausgaben: Kreisumlage 361 750 Euro, Personalausgaben 328 450 Euro, Verwaltungs- und Betriebsaufwand 232 350 Euro, VG-Umlage 180 500 Euro; Schulden: 809 588 Euro (zum Jahresende erwartet); Pro-Kopf-Verschuldung: 789,84 Euro; Rücklagen: 149 689,01 Euro, Entnahme von 19 850 Euro geplant.

Zuführung zum Vermögenshaushalt: 162 350 Euro, die Pflichtzuführung (75 900 Euro) wird deutlich übertroffen.

Einige Investitionen: Breitbanderschließung 245 000 Euro; Restkosten GVS Prackendorf-Dieterskirchen 192 000 Euro; Erweiterung Recyclinghof 85 000 Euro. (mp)
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