Die wollen doch nur spielen

Wenn Schuhe durch die Luft fliegen, ist es bis zur Fahrradorientierungsfahrt in Dieterskirchen nicht mehr lange hin. Karl Ruhland (rechts) ist beim Austüfteln der Spiele immer gerne dabei. Bild: hfz
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Dieterskirchen
07.09.2016
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"Wir haben's erfunden. Wir waren die Ersten." Karl Ruhland freut sich auf die 35. Fahrradorientierungsfahrt in Dieterskirchen. Damit sich die etwa 200 Teilnehmer bei witzigen Wettkämpfen austoben können, mussten zunächst die Organisatoren bei der Generalprobe ran.

"Nein, da muss mehr Action rein", sagt Karl Ruhland und nimmt die Maurerkelle selbst in die Hand. "Lasst uns Holzklötzchen nehmen", schlägt er vor und schnippst die Kronkorken von der Bierbank. Schon fetzt Ruhland mit einem Holztürmchen auf der Schaufel los.

Sechs Stationen


Es ist Spieleprobe in Pottenhof und die schmale Gasse zum Anwesen von Bruder Gerhard Ruhland ist gezeichnet davon. Kreidestriche filetieren den Asphalt und Plastikbecher schwappen in Wasserpfützen, durch die zwei junge Burschen mit dem Bobbycar brausen. Es ist die Generalprobe für die Orientierungsfahrt des Dieterskirchener Stammtisches. Hier und jetzt denken sich die Stammtischler witzige Wettkämpfe aus. An fünf oder sechs Stationen auf einer rund 15 Kilometer langen Fahrradtour messen meist knapp 200 Teilnehmer ihre Geschicklichkeit.

Und das mittlerweile zum 35. Mal, denn die Veranstaltung feiert am Sonntag, 11. September, ein halbrundes Jubiläum. "Naja. Wahrscheinlich", sagt Ruhland und grinst. Genau weiß das keiner mehr, schließlich haben die Gründungsväter nicht immer akkurat Buch geführt. "Ursprünglich haben die Funker die Orientierungsfahrt ins Leben gerufen. Sie kurvten noch mit dem Auto übers Land, um die schöne Oberpfalz näher kennenzulernen", erinnert sich Ruhland. Mit steigenden Benzinpreisen sank die Lust am Rumfahren. Also sattelte man kurzerhand auf den Drahtesel um. "Wir haben's erfunden. Wir waren die Ersten", sagt Ruhland mit ein bisschen Stolz in der Stimme. Erst später übernahmen die "Bierbüffel" aus Oberviechtach das Konzept. Konkurrenz gibt es trotzdem keine unter den Vereinen. "Wir sind bei denen als Gastradler und die bei uns", erklärt er.

Zwischenzeitlich durchschneidet ein Platschen die ohnehin aufgekratzte Stimmung. "Etz hob i a super Idee", ruft einer und dann fliegen Schuhe durch die Luft. Ein neues Spiel steht auf dem Prüfstand: Wie geht es? Wer macht es? Wo ist der Haken? - Jeder hat dazu einen Vorschlag, eine Meinung oder ein Kind, das für einen Test herhalten muss. Es wird geklärt, ob auch die Kleinsten und Jüngsten eine faire Chance haben, erfolgreich abzuschneiden.

Viel braver geworden


Nicht alles, was an diesem Nachmittag unter Jubelrufen und noch viel mehr Gelächter exerziert wird, findet Gefallen. "Wir sind viel braver geworden", schränkt Ruhland ein. Er selbst kann sich noch an Zeiten erinnern, als die Radler mit einer Pickelhaube Wasserbomben zerstechen mussten und dabei naturgemäß pitschnass wurden. Kein Problem, solange das Wetter warm ist. Ein andermal gab es sogar ein bisschen Stunk. Da mussten die Teilnehmer um die Wette rutschen. Und die Organisatoren unterstützen nach Kräften, indem sie die Kinderrutsche mit Schmierseife präparierten. "Ein andermal stand ein alter Bettkasten mit Deckel mitten auf weiter Flur", erinnert sich Ruhland. Die Aufgabe war dann, sich in möglichst kurzer Zeit in dem engen Kasten anzukleiden. Solche Sachen bleiben in Erinnerung. Und so bastelt die Runde noch ein paar Stunden weiter, um am 11. September mit einigen spektakulären Spielen aufzuwarten.

Start am Sonntag ist von 8.30 bis 12.30 Uhr an der Schule. Am Ziel gibt es tolle Preise, Speis und Trank.
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