Feuerwehr Prackendorf bricht Neuwahlen ab
„Erster“ will keiner sein

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Dieterskirchen
12.04.2016
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Wenn die Führung eines Feuerwehrvereins in eine Jahreshauptversammlung mit dem Gedanken geht, die Neuwahl wird heute sowieso nicht klappen, dann sind die Wahlen schon von vorneherein zum Scheitern verurteilt. Einige Senioren waren sichtlich verärgert, dass die Jungen so wenig Bereitschaft zeigen, Verantwortung zu übernehmen.

-Prackendorf. In fast allen kleineren Orten hält die Feuerwehr die Dorfgemeinschaft zusammen. Wenn fast alle Erwachsenen - wie auch in Prackendorf - dem Feuerwehrverein angehören, hat dieser einen besonders hohen Stellenwert. Da war es in früheren Jahren eine Ehre, diesem vorstehen zu dürfen. Dass das nicht mehr so ist, zeigte die Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Prackendorf, bei der weder ein Vorsitzender für den Verein noch ein Kommandant für die Aktiven gefunden wurde.

Florianstag steht an


Bei der Begrüßung durch den bisherigen Vorsitzenden Robert Schedlbauer war die Feuerwehrwelt in Prackendorf noch in Ordnung und der Vorsitzende freute sich darüber, dass neben dem "Dienstherrn" und Bürgermeister Hans Graßl auch Kreisbrandmeister Konrad Hoch sowie Jürgen Steinbauer von der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg gekommen waren.

Schedlbauer zeigte noch einmal auf, dass die Mitglieder bei allen wichtigen Festen und Feiern in der Gemeinde und einige Male auch außerhalb dabei gewesen sind und sich als gut funktionierende Feuerwehrkameradschaft erwiesen haben. Diese Kameradschaft und der Zusammenhalt wird auch im neuen Vereinsjahr dringend gebraucht, denn die Feuerwehr Prackendorf hat sich dazu bereit erklärt, am 7. Mai den Florianstag auszurichten. Weiterhin soll von der Feuerwehr die Primizfeier von Thomas Fischer mit organisiert werden. Auch Kommandant Johann Graf zeigte sich mit der Arbeit der Aktiven sehr zufrieden. Die acht Übungen waren gut besucht. Bei zwei Einsätzen war eine Ölspur zu beseitigen, im anderen Fall ein Kellerbrand zu löschen. Probleme hatte die Prackendorfer Feuerwehr mit ihrem Tragkraftspritzenanhänger (TSA), denn die Lieferfirma hatte dazu nicht das richtige Batterieladegerät geliefert.

Bürgermeister Hans Graßl dankte dem Verein und den Aktiven für ihre Leistungen im Ehrenamt, auf die jede Gemeinde so dringend angewiesen ist. Die Feuerwehr habe wieder bewiesen, dass sie eine Truppe ist, auf die sich die Bürger verlassen können. Doch dann stand die Neuwahl der beiden Kommandanten an, da sich der bisherige Kommandant nicht mehr zur Kandidatur bereiterklärte. Zwar erklärten sich gleich drei Kameraden bereit, das Amt des Stellvertreters zu übernehmen, doch erster Kommandant wollte keiner werden.

Das Problem setzte sich auch für Wahlleiter Hans Graßl bei der anstehenden Wahl zur Vorstandschaft fort, denn es fand sich kein Feuerwehrkamerad, der das Amt des ersten Vorsitzenden übernehmen wollte. Das erzürnte ein Mitglied, das selbst viele Jahre in führender Position aktiv war. Er appellierte an die Jungen, Verantwortung für die Feuerwehr und damit auch für die Dorfgemeinschaft zu übernehmen. Mit vielen Mühen sei das Dorfgemeinschaftshaus gebaut worden, nun wolle niemand die Verantwortung übernehmen.

Zweiter Anlauf


Der sichtlich unzufriedene Bürgermeister Hans Grassl musste den Wahlvorgang schließlich abbrechen. Nun muss eine neue Versammlung zur Neuwahl anberaumt werden.
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