Florianstag in Prackendorf
Plädoyer für Ortsteilwehren

Der neue Tragkraftspritzenanhänger (TSA) erhielt durch Pfarrer Markus Urban den kirchlichen Segen. Bild: bgl
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Dieterskirchen
10.05.2016
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"Wir brauchen jede einzelne unserer Ortsfeuerwehr und wir werden alles tun, um diese zu erhalten." Dieses Bekenntnis legte Bürgermeister Hans Grassl beim Florianstag in Prackendorf ab. Aber zunächst zelebrierte Pfarrer Markus Urban zu Ehren des Heiligen Florian den Gottesdienst.

-Prackendorf. Eine stattliche Anzahl an Feuerwehrmitgliedern aus zwölf Wehren aus dem Verantwortungsbereich von Kreisbrandmeister Konrad Hoch marschierte im Schein der Abendsonne unter den Klängen der Blaskapelle Dieterskirchen zur Dorfkapelle Prackendorf, wo sie von Pfarrer Markus Urban und Diakon Thomas Fischer bereits erwartet wurden.

"Geist der Einheit"


Der angehende Primiziant Thomas Fischer (selbst ein Prackendorfer) hielt eine flammende Predigt in Bezug auf die Gemeinschaft der Christen aber auch auf die Gemeinschaft der anderen. "Der Mensch ist ein Gemeinschaftswesen und ist ohne die anderen unvollständig", betonte der Prediger. "Alle sollen eins sein", war Christi Wort - so auch bei der Feuerwehr. Damit ihr Auftrag gelingt, sollte immer die Kameradschaft, die Gemeinschaft und der Geist der Einheit an vorderster Stelle stehen und der Heilige Florian seine schützenden Hände darüber halten.

Nach dem Gottesdienst bekam der neue Tragkraftspritzenanhänger (TSA) den kirchlichen Segen. Bürgermeister Hans Graßl bedankte sich bei den Feuerwehrdienstleistenden für ihren uneigennützigen Einsatz. In diesem Zusammenhang allerdings machte er einen Blick in die Zukunft der Feuerwehren und zitierte die Überschrift in einer Zeitung: "Können wir uns so viele Freiwillige Feuerwehren leisten? Graßl fragte, was ohne Freiwillige Feuerwehren sein würde. Da müsste beispielsweise ein Landkreis mit ca. 130 000 Einwohnern und 1000 Quadratkilometer 550 hauptamtliche Einsatzkräfte einstellen um den "Ist-Standart" zu gewährleisten. Hierfür müssten dann 35 Millionen Euro für Personalkosten aufgewendet werden. Für den Landkreis Schwandorf würde dies heißen: Bei 140 000 Einwohnern 610 Einsatzkräfte und 39 Millionen Euro Personalkosten im Jahr. Die Antwort auf die Eingangsfrage heiße also nicht, "Ja wir können sie uns leisten, sondern Ja wir müssen sie uns leisten".

Veränderte Bedingungen


Dass die Zahl der jungen Menschen abnehmen, die private und berufliche Mobilität zunehmen und der ländliche Raum weiter ausdünnen wird, so Graßl, trage sicher nicht dazu bei, dass sich in Zukunft wieder mehr bei Leute bei den Freiwilligen Feuerwehren engagieren. Darum müssten wir alles daransetzen, den ehrenamtlichen Feuerwehrdienst langfristig zu sichern. Dafür sprächen viele Gründe: Tagesalarmsicherheit, Brandwachen, Sicherheitswachen, Ortskenntnisse und viele weitere Aufgaben, die vor allem die Ortsteilfeuerwehren übernehmen. Das heiße aber nicht, stellte der Bürgermeister fest, dass die Gemeinden alle Wünsche erfüllen können. Andererseits müsse man über zusätzliche und alternative Möglichkeiten nachdenken, wie der Feuerschutz in den Kommunen sicherzustellen ist. Ganz oben auf der Liste steht hier die Zusammenarbeit aller Wehren zumindest auf Gemeindeebene.
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