Für Thomas Fischer steht die Weihe zum Priester bevor
Priester für alle Lebenslagen sein

Die ersten Schritte auf dem Weg zur späteren Kirchen-Karriere hat der Diakon und künftige Neupriester Thomas Fischer in der Dorfkapelle in Prackendorf gemacht. Dort begann er als Vorbeter, später war er Lektor und Pfarrgemeinderat. Mit der Priesterweihe am Samstag im Dom zu Regensburg wird der 26-Jährige sein Leben endgültig Gott widmen. Bild: Mardanow
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Dieterskirchen
22.06.2016
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"Es wird für mich ein großer Moment sein, wenn ich zum ersten Mal Eucharistie feiern und die Wandlungsworte sprechen darf." Zitat: Diakon Thomas Fischer

Er entscheidet sich vollkommen für ein Leben mit Gott: In wenigen Tagen wird Thomas Fischer aus Prackendorf im Regensburger Dom zum Priester geweiht. Begleitet wird der 26-Jährige von der Vorfreude auf "einen fordernden, aber auch schönen Beruf".

-Prackendorf. "Die Spannung steigt", bringt es der Sohn einer Steinmetzfamilie im NT-Gespräch zum Ausdruck. Doch eigentlich habe er gar keine Zeit, um groß nervös vor dem bevorstehenden Ereignis zu sein. Erst Mitte der vergangenen Woche unterzog Domkapitular Dr. Franz Frühmorgen ihn und die anderen sechs Weihekandidaten dem Cura-Examen. Neben kirchenrechtliche Fragen standen dabei auch Sonderfälle aus der Seelsorge-Praxis im Blickpunkt - "beispielsweise was bei der Beerdigung eines Konfessionslosen zu beachten ist".

Zur inneren Vorbereitung


Auch seinen Kelch für die Primiz-Feierlichkeiten musste Thomas Fischer noch abholen, ehe am vergangenen Sonntag die Weihe-Exerzitien im Kloster Mallersdorf begannen. Diese Einkehrtage für die Priesteramtskandidaten schreibt das Kirchenrecht vor, um die künftigen Kapläne "innerlich auf das vorzubereiten, was an einem geschieht", beschreibt es Thomas Fischer. "Wir sollen Abstand gewinnen, um uns den Schritt der Priesterweihe bewusster zu machen." Diesen Freitagnachmittag ist eine Probe für den Weihegottesdienst angesetzt, abends werden Messgewänder, Stolen und Kelche gesegnet. Im Anschluss findet ein Gebet durch die Nacht in der Kirche Sankt Jakob, das Gotteshaus des Priesterseminars, statt.

Die Weihe zum Priester an diesem Samstag markiert für Thomas Fischer den Endpunkt eines fast siebenjährigen Ausbildungsweges: Im September 2009 hatte er - nach dem Abitur am Oberviechtacher Ortenburg-Gymnasium - das Propädeutikum im Priesterseminar in Passau begonnen. Dieses Vorbereitungsjahr soll die Studenten unter anderem mit dem künftigen Leben im Seminar vertraut machen. Weitere Ziele sind die Vertiefung des Glaubens und eine "Einübung" in das geistliche Leben. Griechisch und Hebräisch standen für auf dem Stundenplan, dazu Praktika in sozialen Einrichtungen. Höhepunkt sei ein vierwöchiger Aufenthalt in Israel gewesen, "dabei haben wir knapp zwei Drittel der Bibel gelesen". Durch das Bibel-Studium an den Original-Schauplätzen, ergebe sich zu den Texten ein ganz anderer Zugang, so sein Eindruck.

Zum Wintersemester 2010 begann das Studium im Priesterseminar Sankt Wolfgang in Regensburg. Theologische Fächer, aber auch praktische Elemente wie Gesangsunterricht und Sprecherziehung gehörten zur Ausbildung. In den Ferien waren Praktika in der Jugendarbeit zu absolvieren. In den Alltag eines Geistlichen hineinschnuppern durfte Thomas Fischer während eines vierwöchigen Gemeindepraktikums in Abensberg bei dem aus Neunburg stammenden Pfarrer Georg Birner.

2015 schloss Thomas Fischer sein Studium mit dem Magister Theologiae ab - "früher hieß das Diplom-Theologe". Ab September folgte ein weiteres Praktikum in der Pfarrei Sankt Georg in Amberg, im Dezember wurde er zum Diakon geweiht. "Gerade während der Diakon-Ausbildung hab' ich viele Seelsorge-Felder kennengelernt", erinnert er sich.

"Schon als Kind verspürte ich eine gewisse Faszination für das kirchliche Leben", schaut Fischer auf seinen bisherigen Weg zurück. Er war Vorbeter in der Dorfkapelle (eine Aufgabe, die er auch noch während des Studiums ausfüllte), Landjugend-Mitglied, Lektor und Pfarrgemeinderat. "Später ist der Priesterberuf immer wieder als ernsthafte Alternative aufgetaucht." In der Zeit nach dem Abitur habe er dann den Wunsch verspürt, ins Priesterseminar einzutreten - "ich wollte schauen, ob das was für mich ist".

Natürlich habe es Zweifel gegeben, ob diese Berufswahl richtig ist. "Es gehört dazu, dass dieser Schritt auch hinterfragt wird", erklärt Fischer. Schließlich handle es sich um eine Entscheidung fürs Leben - "wie auch die Ehe, ist das ein Schritt ins Ungewisse, du weißt nie genau, was kommt." Wer da keine Zweifel habe, würde die Sache zu wenig ernst nehmen. Vor allem komme es dabei nicht nur auf sich selbst an, man müsse auch den Ruf Gottes spüren. Mittlerweile sei in ihm die Erkenntnis gereift, dass ihn ein fordernder aber auch schöner Beruf erwarte.

"Ich will als Priester für die Menschen in allen Lebenslagen da sein", bekräftigt Thomas Fischer. Um ein positives Bild von Kirche und Glauben zu vermitteln, "möchte ich ein ganz normaler Mensch bleiben". Man dürfe nicht kleinkariert auftreten, müsse auf die Gläubigen freundlich und offen zugehen und beispielsweise beim Tauf- oder Ehegespräch eine gewisse lockere Atmosphäre aufbauen.

Feier mit Weggefährten


Neben der Erwartung der Priesterweihe, rückt für Thomas Fischer auch die Primiz in der Heimatgemeinde am 3. Juli immer näher. "Es ist schon etwas Besonderes, wenn man als junger Priester erstmals die Messe feiern darf." In der Eucharistiefeier sei Gottes Nähe am dichtesten zu spüren. Und es sei schon jetzt toll zu erleben, wie viele Menschen sich bei der Vorbereitung einbringen und Anteil nehmen. Er freue sich, diesen Tag mit vielen, die ihn auf seinem Weg begleitet haben, zu feiern.

Und wie geht die Karriere im Auftrag des Herrn weiter? "Am Montag nach der Priesterweihe werden üblicherweise die Briefe mit den künftigen Kaplan-Stellen verschickt", sagt Thomas Fischer. Er sei schon gespannt, welche Pfarrei im Bistum ab September sein erster Einsatzort wird. Zuvor aber steht noch die Feier der Nachprimiz an, in den Sommerferien wird er die Urlaubsvertretung in der Heimatpfarrei Schwarzhofen-Dieterskirche und in der einstigen Praktikumspfarrei in Abensberg übernehmen.

Persönliches und FestlichkeitenLebenslauf

Thomas Fischer wurde im Februar 1990 in Oberviechtach geboren. Zusammen mit einem älteren Bruder wuchs er auf dem elterlichen Steinmetzbetrieb in Prackendorf (Gemeinde Dieterskirchen) auf. Nach der Grundschule und dem Abitur am Ortenburg-Gymnasium 2009 begann die Ausbildung zum Priester. 2015 schloss er das Studium mit dem Magister Theologiae ab, im Dezember des gleichen Jahres wurde er zum Diakon geweiht.

Rund um die Priesterweihe

Bei einem Gottesdienst im Regensburger Dom am Samstag, 25. Juni , um 8.30 Uhr wird Thomas Fischer durch Bischof Rudolf Voderholzer zum Priester geweiht. Auch zahlreiche Gläubige aus der Seelsorgeeinheit Schwarzhofen-Dieterskirchen werden sich dazu auf den Weg machen. Am Sonntag, 26. Juni , um 18 Uhr findet in Prackendorf ein Empfang für den Neupriester statt, nach einer Andacht in der Dorfkapelle wird Thomas Fischer den Allgemeinen Primizsegen spenden. Auch ein Eintrag ins Goldene Buch der Gemeinde ist vorgesehen.

Die Primiz-Feierlichkeiten am Sonntag, 3. Juli , werden einen Höhepunkt in der Gemeinde- und Pfarrgeschichte markieren. Beim Festgottesdienst um 10 Uhr in der Pfarrkirche Sankt Ulrich wird Dekan Georg Birner (Abensberg) die Primizpredigt halten, insgesamt werden zwölf Geistliche konzelebrieren. Bei einer Dankandacht um 17 Uhr spendet Neupriester Fischer den Einzelprimizsegen. (mp)


Auf dem Weg zum Priesterberuf kommt es nicht nur auf einen selbst an; man muss auch den Ruf Gottes in sich verspüren.Diakon Thomas Fischer


Es wird für mich ein großer Moment sein, wenn ich zum ersten Mal Eucharistie feiern und die Wandlungsworte sprechen darf.Diakon Thomas Fischer
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