Johann Köppl führt durch den Bacchuskeller - Früher Bierlager und Schutzraum
Konzept zur Nutzung fehlt

Johann Köppl (Mitte) bereicherte die Besichtigung des Bacchuskellergewölbes in Dieterskirchen mit vielen Informationen. Bild: weu
Vermischtes
Dieterskirchen
16.09.2016
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Eine fast dreistündige, informationsreiche Reise durch die Ortsgeschichte machte Johann Köppl am "Tag des offenen Denkmals". Er startete die Tour beim Rathaus, das bis 1967 als Schule genutzt wurde. Einst als Taverne, Bräuhaus, Kuhstall und Schweinestall verwendet, war das Gebäude 1843 abgebrannt. Nachdem es wieder aufgebaut und von Kirche und Gemeinde erworben wurde, diente es während des Zweiten Weltkriegs als Unterkunft für Kriegsgefangene.

Das Kriegerdenkmal, dessen Steine man damals mit einem Pferdegespann aus Amberg geholt hatte, wurde ebenso besichtigt wie der Pfarrhof, der 1632 gebrandschatzt wurde und 1826 durch die Unvorsichtigkeit des Pfarrers erneut brannte. Das Gelände wurde noch im 19. Jahrhundert als Stadel, Schweinestall, Baum-und Wurzgarten genutzt. Der heutige Pfarrhof entstand 1971.

Die mehr als 250 Jahre alte Adelskirche "St. Ulrich" hat eine ausführliche Geschichte erlebt. Nach langjähriger Bauzeit wurde sie 1755 eingeweiht, in der Folgezeit fanden viele Ereignisse und Unglücksfälle statt: 1830 riss ein Sturm das schwere Turmkreuz ab, 1896 brannten nach einem Blitzschlag Kirchen- und Turmdach ab, das daneben befindliche Schloss gleich mit. Die Kirche beherbergt die Familiengruft derer von Horneck, das Altarbild zeigt den heiligen Ulrich, gemalt von Carl Ruff aus Winklarn. Höhepunkt der Führung war der Bachuskeller, der sehr beeindruckte.

Von Anton Freiherr von Horneck erbaut, stand er den Herrschaften für Feste und Feiern zur Verfügung. Der weit verzweigte Keller war Gär- und Lagerraum, Fluchtkeller und Schutzraum. Bereits 1767 waren darin 600 Eimer Bier (365 Hektoliter) gelagert. Nachdem in einer Aktion von Jugendlichen viel Schutt entfernt wurde, war der Keller zum ersten Bürgerfest 2005 für die Öffentlichkeit zugänglich. "Leider fehlt es an einem schlüssigen Konzept für den Keller", bedauerte Köppl, obwohl verschiedene Ideen zur Nutzung vorlägen. "Die Denkmale wurden von unseren Vorfahren mit viel Arbeit, Fleiß, Opfer und Geld geschaffen", hob Köppl hervor, "an uns liegt es, wie es weitergeht".

Vor dem Hintergrund des gesellschaftlichen Wandels nannte er als Herausforderungen für Maßnahmen in der Zukunft: Was kostet das? Warum brauchen wir das? Wer kümmert sich darum?
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