Kunstmaler Robert Bergschneider feiert runden Geburtstag
80 und kein bisschen müde

Auf Palette und Pinsel will Kunstmaler Robert Bergschneider mit 80 Jahren noch lange nicht verzichten. Für seinen Geburtstag allerdings verlässt er seinen Geburtsort Dieterskirchen und feiert in der "zweiten Heimat" in Oberbayern. Bild: Bugl
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Dieterskirchen
04.08.2016
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Unerschrocken blickt Robert Bergschneider auf den großen weißen Papierbogen, den er mit 40 Zeichnungen im Miniaturformat füllen soll. Was ist das schon gegen 300 Quadratmeter Deckengemälde? Eine Auszeit nimmt sich der Dieterskirchener Kunstmaler jetzt nur zum Feiern. Heute wird er 80 Jahre alt.

"Dieser Zeichentisch hier, das ist sozusagen mein Mutterschoß" , erklärt Robert Bergschneider und deutet auf einen unscheinbaren Schreibtisch. "Mein Urschrei war hier, gibt's was Schöneres?", sagt er und fängt gleich an in Schubladen zu kramen, um aus einem Leben zu berichten, das ganz besonders viele - vor allem farbige - Spuren hinterlassen hat.

Linderhof mit restauriert


"Was ich an Kirchen hinter mir habe!", stöhnt der Kunstmaler, dessen Laufbahn 1952 mit einer Malerlehre bei Lorenz Lehner begann. Dann lernte er bei einem Akademischen Kirchenmaler die Kunst des Restaurierens und Vergoldens und landete bei der Bayerischen Seen- und Schlösserverwaltung, wo er 1960 auch an der Restaurierung von Schloss Linderhof beteiligt war. "Das hat bis jetzt gehalten, das ist Wertarbeit", erzählt er stolz.

Von Waldsassen bis Landau an der Isar, von Viechtach bis Dietfurt reicht die Spannweite seiner Arbeiten in Kirchen, und so manche Schule ziert ein stattliches Wandgemälde. Neunburg, Schwarzhofen, Oberviechtach, Bergschneider kann sie gar nicht alle aufzählen. Ob Familienwappen oder die Vereinsfahne der Gebirgsschützenkompanie Wolfratshausen, Bergschneider war für jeden Entwurf die richtige Adresse. Die älteste Figur im Regensburger Domkreuzgang, die den Heiligen Laurentius darstellt, durfte nicht fotografiert werden. Aber der Kunstmaler aus Dieterskirchen bekam die Erlaubnis, sie abzuzeichnen.

Robert Bergschneider schreckt auch vor kraftraubenden Aufträgen nicht zurück. So hat er vor nicht allzu langer Zeit ein Deckengemälde im Bayerischen Hof in Rimbach vollendet. Schließlich kennt er sich in jeder Technik aus, egal ob Tusche oder Bleistift, Aquarell oder Ölbild. Und womit malt er am liebsten? "Ich mach das so, wie der Kunde wünscht, ich kann mich da nicht so austoben", meint er ganz diplomatisch. Dass seine Kunden das honorieren, freut ihn sehr. Zum Beleg packt er die Ehrenzeichen aus, die er für seine Gestaltungskünste erhalten hat, von der Goldenen Ehrennadel aus Heidelberg bis zur Goldmedaille aus Zürich. Jedes Regalfach, jedes freie Stück Wand im Atelier ist voll mit den kreativen Zeugnissen eines Künstlerlebens. Berglandschaften sind darunter, aber auch abstrakte Werke. Und nur ein paar Meter von seinem Haus entfernt steht neben dem Rathaus ein schlichter, moderner Brunnen, dessen Materialien ein Stück Heimatgeschichte widerspiegeln. Auch der geht auf das Konto von Bergschneider.

Verbindungen halten


Seinen 80. Geburtstag allerdings feiert Bergschneider fern der Heimat in Oberbayern, im Kloster Scheyern. Das sei eine gute Gelegenheit, mal wieder den in letzter Zeit vernachlässigten Familienzweig seiner Frau zu treffen, die vor drei Jahren gestorben ist. Denn mit den Effners, einer Dynastie von Baumeistern und Architekten, fühlt sich der Dieterskirchener immer schon verbunden. Und zum Geburtstag gratuliert hat man ihm auch immer, wenn er nicht daheim war, weil er beispielsweise im August in Salzburg an der "Schule des Sehens" unterrichtete oder am Wolfgangsee weilte. So hat er schon zwei Bundespräsidenten die Hand geschüttelt.

Und nach der Feier wartet schon die Auftragsarbeit für das Jubiläum 1000 Jahre Neunburg. Dem unermüdlichen Maler und Heimatforscher ist nicht bang, das auch noch hinzukriegen, hat er doch immer schon auf Ausdauer gesetzt. "Bergschneider, das hört sich doch ein bisserl wie Bergsteiger an", hat er vor Jahren schon in einem Interview mit unserer Zeitung gesagt.
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