Landwirte sollen Waaghäuschen selber betreiben - Lärmschutzwall für Baugebiet "Horneckfeld"
Weniger Rindviecher auf der Waage

Vermischtes
Dieterskirchen
10.03.2016
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Als "wesentliche Sache" bewertete Bürgermeister Hans Graßl bei der jüngsten Sitzung des Gemeinderats die Aufstellung des Bebauungsplan für das allgemeine Wohngebiet "Horneckfeld". Die Flächen liegen am nordöstlichen Rand des Hauptortes der Kommune rechts der Staatsstraße in Richtung Oberviechtach gesehen.

Die Bereitstellung von Baugelände geht Hand in Hand mit der fünften Änderung des rechtsverbindlichen Flächennutzungsplans. Die in diesem Zusammenhang herbeigeführten Beschlüsse prägten die Beratung, wobei der öffentliche Teil der Sitzung nur drei Tagesordnungspunkte umfasste.

Den gesamten Sachverhalt trug auf eine Bitte des Vorsitzenden hin der Geschäftsstellenleiter der Verwaltungsgemeinschaft Neunburg vorm Wald, Peter Hartl, vor. Dieser wies einleitend darauf hin, dass die Auslegung der beiden Planentwürfe in der Zeit vom 16. August bis 16. September 2005 erfolgte. Gleichzeitig wurden eine Reihe von Fachbehörden und sonstiger Träger öffentlicher Belange angeschrieben und um Stellungnahme gebeten. Auch die Gemeindebürger hatten Gelegenheit, sich zu äußern, es gingen aber keine Anregungen oder Bedenken ein.

"Häuslebauen" ab 2006

Das Wasserwirtschaftsamt Amberg schlug vor, für den Bereich, einer Fläche, die der gefahrlosen Ableitung einer größeren Menge von Regenwasser dienen soll, als "Hochwasserabflussmulde" zu bezeichnen und sie in beiden Plänen auch darzustellen. Entsprochen wurde sodann der Empfehlung des Sachgebiets Immissionsschutz beim Landratsamt Schwandorf, bei vier zu errichtenden Wohnhäusern die Schlafräume verbindlich auf der straßenabgewandten Seite zu schaffen. Einverständnis signalisierten die Ratsmitglieder ferner mit der Forderung des Straßenbauamtes Sulzbach-Rosenberg im Bauleitplan "Horneckfeld" entlang der Staatsstraße anderthalb Meter für Bankett und weitere zwei Meter für eine Mulde mit steilerer Böschung einzutragen.

Mit der genannten Behörde muss zudem in Verhandlungen bezüglich des Unterhalts des Lärmschutzwalls eingetreten werden. Nachdem für die Änderung des Flächennutzungsplans und den Bebauungsplan "Horneckfeld" die so genannte "Planreife" vorliegt billigte der Gemeinderat dieselben ohne Gegenstimmen. Weiter wurde die hierzu erforderliche Satzung abgesegnet.

Wie noch zu erfahren war, ist bis zur Jahresmitte 2006 mit dem Bau der ersten Wohnhäuser und der Nebengebäude auf der ausgewiesenen Fläche zu rechnen. Nicht lange hielten sich die in Verantwortung stehenen Kommunalpolitiker mit der Angelegenheit "Zukunft der Ortswaagen in Bach und Prackendorf" auf. Diese beiden Einrichtungen arbeiten seit Jahren mit Verlust, da Viehhändler und Landwirte größtenteils über eigene Waagen verfügen und häufig das Nutzvieh nicht mehr gewogen wird. Kostenmäßig schlägt, wie Geschäftsstellenleiter Hartl betonte, vor allem die Eichung der Waagen zu Buche.

Standort kann bleiben

Gebilligt wurde nach einigen Wortmeldungen der Vorschlag der Verwaltungsgemeinschaft, die beiden Waagen aufzulassen. Die wenigen an deren Betrieb noch interessierten Bauern erhalten die Möglichkeit, diese Messeinrichtungen selbst zu betreiben. Der Gemeinderat war damit einverstanden, dass diese auf ihren bisherigen Standorten verbleiben können.
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