Ebermannsdorfer Köhlerfreunde errichten Meiler und entfachen ihn im Museum
Entwicklungshilfe in Windsheim

Die Ebermannsdorfer Köhlerfreunde haben in Bad Windsheim einen Kohlenmeiler entfacht. Die Experten helfen damit dem Fränkischen Freilandmuseum, seinen Besuchern diese alte Handwerkskunst vorzuführen. Davon profitieren auch die Ebermannsdorfer: Sie können die Hälfte der "geernteten" Holzkohle kaufen. Bild: wec
Freizeit
Ebermannsdorf
18.05.2016
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Zum zweiten Mal folgten die Ebermannsdorfer Köhlerfreunde der Einladung des Fränkischen Freilandmuseums nach Bad Windsheim, um für die Besucher dort einen Kohlenmeiler zu errichten und zu betreiben. Die Profis Rudi Götz, Klaus Scheibel, Uwe Bäuml und Helmut Schindler fuhren bereits einen Tag früher los, um mit den Kollegen des Museums einen 15 Ster großen Meiler aus Buchenholz zu bauen. Tags darauf wurde dieser dann offiziell entfacht, von zahlreichen Gästen staunend verfolgt.

Partner gefunden


Museumsleiter Jürgen Müller betonte, wie wichtig es ihm sei, dass er mit den Köhlerfreunden Partner gefunden habe, mit denen das Freilandmuseum die alte Handwerkskunst wieder auferstehen lassen kann. Der Vorsitzende der Köhlerfreunde, Ebermannsdorfs Bürgermeister Josef Gilch, verwies darauf, dass die Köhlerei im Amberg-Sulzbacher Raum vor allem im Mittelalter eine ausgeprägte Tradition hatte. Deshalb habe man sich in Ebermannsdorf dazu entschieden, dieses Handwerk zu neuem Leben zu erwecken.

Nur noch zum Grillen


Gilch erklärte den Besuchern, wie wichtig Holzkohle von Anbeginn an für die Entwicklung des Menschen war. Sie sei ein wichtiger Energieträger bei der Eisenproduktion bis ins letzte Jahrhundert gewesen. Heute werde sie nur noch zum Grillen verwendet. Hier empfahl der Vorsitzende den Besuchern, stets nur deutsche Kohle zu verwenden, da die Zustände bei der Produktion in der Dritten Welt unbeschreiblich für die dortige Natur und die Köhler seien.

Augenzwinkernd informierte Gilch, dass die Leute beim nächsten Urlaub getrost auf Kohletabletten aus der Apotheke verzichten könnten. Denselben Erfolg hätten sie, wenn sie ein Stück Ebermannsdorfer Holzkohle in ihre Reiseapotheke einpackten.

Nach einem gemeinsamen Gebet zum Gedenken an alle Köhler dieser Erde entfachte der stellvertretende Verwaltungsleiter des Freilandmuseums, Reinhold Werner, den Meiler fachmännisch. Als Flammen und Rauch aufstiegen, wünschte man sich mit einem dreifachen Köhlergruß "Gut Brand" eine erfolgreiche Ernte am folgenden Sonntag. Der Meiler wird nun von den Ebermannsdorfern rund um die Uhr bewacht und gehütet, um eine prächtige Ernte zu erzielen.

Halbe Ernte


Sehr erfreulich für die Fans der Ebermannsdorfer Holzkohle ist es, dass die halbe Ernte mit nach Hause zurückgebracht und hier verkauft wird. Der Termin dafür wird noch bekanntgegeben.
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