Pittersberger Hausnamen-Aktion fortgesetzt
Peternbauer nun verewigt

Alle Pürzers, alt wie auch jung, sind stolz auf ihren Haus- und Hofnamen. Manfred und Hildegard (links) übernahmen den Peternbauer 1975, Christian und Martina im Jahr 2009. Bild: gm
Kultur
Ebermannsdorf
10.06.2016
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Alteingesessene wissen, wo man den Baydernbauern findet. Peternbauer heißt er, wenn man den Oberpfälzer Zungenschlag herausnimmt. Das hat der Pürzer-Hof jetzt sogar schriftlich, auf einem Schild. Es sorgt dafür, dass der alte Hausname nicht in Vergessenheit gerät.

Pittersberg. Der Baydernbauer logiert im Pfarreiteil Kreith. Es war früher sicher der größte Hof (rund 140 Hektar Nutzfläche, einschließlich Wald) im aktuell etwa 350 Einwohner zählenden Ort. Daran erinnern noch der große, weite Hofraum der Familien Pürzer (junior und senior) sowie das mächtige Bauernhaus aus dem Mittelalter mit kleinem Turm samt Glocke. Ihr Klang war einst wichtig für die Landbevölkerung: Er zeigte allen die wichtigsten Tageszeiten an - zum Beispiel mit dem 11- und dem 12-Uhr-Läuten. Die Glocke ist der heiligen Elisabeth geweiht. Christian Pürzer ist stolz darauf: Er hat sie repariert - jetzt funktioniert sie wieder.

Die Kreither Gebetsglocke


Opa Manfred erzählt: Früher, bevor Kreith eine Marienkapelle hatte (erbaut und geweiht 1959), war das Hofgeläut beim Peternbauer auch die Gebetsglocke im Ort, zum Beispiel für das Gebet Engel des Herrn, aber auch das Sterbegeläut. Die Figur des heiligen Sebastian in der heutigen Kapelle stammt ebenfalls aus dem Peternbauerhof.

Früher gehörte Kreith politisch nach Pittersberg. Seit dem tödlichen Dienstunfall des damaligen Bürgermeisters sowie zweier Gemeinderäte am 18. Februar 1971 im Zusammenhang mit der Gebietsreform ist Kreith ein Teil Schwandorfs. Pfarrlich dagegen sind die Bewohner noch immer mit Pittersberg verbunden.

Für die Nachwelt erhalten


Die Hofstelle ist heute im Besitz von Pürzer-Sohn Christian und seiner Frau Martina, geborene Zimmermann, die um die Jahrtausendwende geheiratet haben. Die Eltern, Manfred und Hildegard Pürzer, haben das Anwesen 2009 übergeben. Beide hatten den Hof seit 1975 betrieben, ein neues Wohnhaus und etliche Wirtschaftsgebäude errichtet. Jetzt sind die Pürzers mit der Pittersberger Gemeinschaft für Schöpfung, Umwelt und Kultur und Michael Götz auf die Idee gekommen, den alten Haus- und Hofnamen für die Nachfolge-Generationen zu erhalten. Dafür sorgt nun eine Tafel.

Ein Blick zurückDer Ursprung des Hofnamens Peternbauer liegt Jahrzehnte, wenn nicht gar Jahrhunderte, zurück, erläutert Michael Götz von der Gemeinschaft für Schöpfung, Umwelt und Kultur. Sie sorgt mit ihrer Hausnamen-Aktion dafür, dass die alten Bezeichnungen erhalten bleiben.

Ein Hofbesitzer hieß wahrscheinlich mit Vornamen Peter: So lässt sich der Hofname Peternbauer leicht erklären. Der Baydernbauer war im Ort schon immer ein markanter Bau mitten in Kreith. Hof-Senior Manfred hatte 14 Geschwister. Zwei von ihnen verstarben während des letzten Krieges oder in der Nachkriegszeit schon im Kindesalter.

Seine Hildegard hat Manfred 1971 in der Pittersberger Nikolauskirche geheiratet. Die beiden bekamen drei Kinder - Alexander, Christian und Kerstin. Die Großeltern der heutigen Hofbesitzer Christian und Martina Pürzer waren Franz-Xaver und Barbara Pürzer (sie eine geborene Elsner). Bauer Franz-Xaver war damals in Kreith zugleich der Orts- oder auch Brandmetzger. Er hatte ursprünglich den Beruf des Schlachters erlernt und war als solcher auf den Höfen ringsum im Einsatz.

Die Urgroßeltern der Pürzers auf dem Peternbauerhof waren zufällig ebenfalls ein Franz und eine Barbara (geborene Köppl, von Pretzabruck. Das ergaben umfangreiche Recherchen der Familie mit Michael Götz in den familiären Unterlagen. (gm)
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