Riege der alten Hausnamen-Tafeln wächst weiter
Der Pöcklbauer von Kreith

Kultur
Ebermannsdorf
14.01.2016
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Pittersberg/Kreith. Der geschichtlich-kulturelle Wert der Haus- und Hofnamen aus alter Zeit für die Nachfolge-Generationen wird immer mehr erkannt: Darüber freut sich die Gemeinschaft für Schöpfung, Umwelt und Kultur Pittersberg. Sie hilft den Familien deshalb dabei, die alten Namen auf wetterfesten Tafeln festzuhalten. Das jüngste Exemplar verweist auf den Pöcklbauer von Kreith.

Suche nach dem Ursprung


An der Hofeinfahrt der Familie Hildegard und Georg Pürzer senior, einschließlich Georg junior, mit der Hausnummer 16 in der Kreither Straße kann nun jeder lesen, "des is da Pöcklbauer." Mit Michael Götz als Mitinitiator haben die Bauersleut lange in alten Unterlagen gesucht, um zu klären, woher dieser Hausname kommt.

Schlachter und Bauer


Hierzulande kennt man gesurtes, eingelegtes, also gepökeltes Fleisch vom Metzger oder Hofschlachter von früher: Die Familie geht davon aus, dass dies der Ursprung des Pöcklbauern ist. Dieser war Schlachter und Bauer.

So steht's auch in den mittlerweile mehr als 150-jährigen Dokumenten. Abgewandelt ist davon im Lauf der Zeit dann auf Oberpfälzisch im täglichen Sprachgebrauch sogar der Beckl geworden.

Die Vorfahren haben hier einen Bauernhof betrieben und davon gelebt. Heute ist der Pöcklbauer in Kreith ein großer landwirtschaftlicher Betrieb mit artgerechter Viehhaltung, unmittelbar neben der Marienkapelle im Ortskern. Die Familie junior und senior hat besonders Freude an der Milchwirtschaft.

Das Zuhause des Seniors


Senior Georg Pürzer (77) ist hier aufgewachsen und entsprechend mit dem Hof verwurzelt. Sein Vater starb 1938, als er selbst erst ein paar Monate alt war. Seine Gattin Hildegard, geborene Huber, kommt aus Ibenthann bei Ramspau. In den 70er-Jahren haben sich beide in der Pittersberger Nikolauskirche das Jawort gegeben. Ihre vier Kinder sind Barbara, Christine und Georg, der den Hof übernahm und weiterhin Bauer mit Leib und Seele ist, sowie der Hubert.

Im Buch "Dahoam"


Allen geschichtlich Interessierten aus Pittersberg und Umgebung sei das Buch "Dahoam auf und um den Pittersberg" von Christine Kaiser und Ingrid Bauer empfohlen: Darin steht noch so manches über den Pöcklbauern und dessen Hofgeschichte.

Auszüge aus den staatlich-kirchlichen Archiven von Amberg und Regensburg reichen bis ins Jahr der Säkularisation von 1803 zurück.

HintergrundDie Generation vor Pöcklbauer-Senior Georg Pürzer führte ebenfalls ein Georg, mit Frau Katharina Pürzer, geborene Forster, aus Diendorf bei Nabburg.

Sie hatten 1936 geheiratet und insgesamt fünf Kinder. Der Bauer starb 1938 durch einen Unfall. Seine Witwe freute sich, als Johann Wifling die Geschicke des Anwesens und der Familie übernahm.

Die Großeltern des heutigen Georg Pürzer hießen Johann und Katharina Pürzer. Die Bäuerin war eine geborene Göth-Tochter, vom Wirtshaus in Kreith, gleich nebenan. Beide heirateten zur Kaiserzeit des 19. Jahrhunderts und bewirtschafteten den Pöcklbauer-Hof zur Versorgung ihrer Familie glücklich und zufrieden.

Das waren die Urgroßeltern des heutigen Jung-Bauern Georg, die damals aus der mittelgroßen Hofstelle mit Fleiß etwas machten.

Weiter zurück in die Hofgeschichte konnten die Pürzers dann allerdings nicht mehr vordringen. Zu ihrem Bedauern geben auch die vorliegenden Archiv-Unterlagen keine weitergehenden Auskünfte mehr. (gm)
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