Der Cousin hängt sich rein

Schon im Januar hatte der Ebermannsdorfer Bürgermeister Josef Gilch (links) seinem Cousin, dem SPD-Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch (rechts), vom schlechten Zustand der Johanneskirche erzählt. Nachdem Grötsch sich im Parlament erfolgreich für eine Förderung der Kirchensanierung eingesetzt hatte, machte er sich jetzt vor Ort ein Bild davon. Bild: wec
Lokales
Ebermannsdorf
28.06.2015
5
0

Wohl dem, der einen Cousin im Bundestag sitzen hat. Auch wenn der - wie im Fall des Ebermannsdorfer Bürgermeisters Josef Gilch (CSU) und des Abgeordneten Uli Grötsch (SPD) - einer anderen Partei angehört. Die Johanneskirche profitiert jetzt davon.

Der Bundestagsabgeordnete Uli Grötsch aus Waidhaus (Landkreis Neustadt/WN) überbrachte jetzt seinem Cousin Josef Gilch die Botschaft, dass der Bund für die Sanierung der alten Schlosskirche in Ebermannsdorf 260 000 Euro zur Verfügung stellt.

Wegen der vielen Bewerbungen bundesweit konnte der Haushaltsausschuss des Bundestags bei der Entscheidung über die Mittel für den Denkmalschutz nur einen Teil der Anträge positiv bescheiden. "Umso mehr freue ich mich, dass die Kirche in Ebermannsdorf davon profitiert", sagte Grötsch. Er habe seit Monaten bei den Kollegen im Haushaltsausschuss und der Kulturstaatsministerin für die Johanneskirche geworben.

Die kleine Große Koalition

Gilch war überglücklich über die gute Nachricht. Die "Große Koalition", bestehend aus dem CSU-Abgeordneten Alois Karl und dem SPD-Mann Uli Grötsch, habe zum Erfolg für Ebermannsdorf geführt, obwohl die Aussichten dafür eigentlich sehr gering gewesen seien. Deshalb hatte Gilch seinen Cousin und den örtlichen Abgeordneten Alois Karl um Unterstützung gebeten. Bereits im Auswahlverfahren hatte sich Grötsch frühzeitig für eine Berücksichtigung der Johanneskirche ausgesprochen. Sie fand sich dann auch in der Liste der Projekte, die das Bundeskanzleramt dem Haushaltsausschuss (dort ist Alois Karl Mitglied) vorlegte und aus der dieser 124 Denkmalschutzprojekte auswählte, die mit 20,8 Millionen Euro gefördert werden. Die Johanneskirche ist dabei eines von sieben Vorhaben aus Bayern.

Ganz schöne Summe

"Über ein Prozent der Fördermittel für Gesamtdeutschland gehen zu uns nach Ebermannsdorf - ein Riesenerfolg und eine große Leistung der Abgeordneten Karl und Grötsch, die sich in einer Großen Koalition erfolgreich für unser Kirchlein eingesetzt haben. Dafür ein herzliches Vergelt's Gott", sagte Gilch. Mit diesem Zuschuss stehe der Renovierung der Kirche jetzt nichts mehr im Wege.

Die Sanierung wird nach einer ersten Schätzung von Architekt Michael Dittmann Kosten von 1,25 Millionen Euro verursachen. Dafür fließen auch Fördermittel des Freistaats, des Bezirks und (der größte Anteil) der Diözese. Den Rest, der sich nun um 260 000 Euro reduziert, muss die Kirchenstiftung Ebermannsdorf aufbringen.
Weitere Beiträge zu den Themen: Koalition (5296)Juni 2015 (7771)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.