Ebermannsdorfer Theatergruppe feiert gelungene Premiere mit "Die G'wandlaus"
Da toben die Zuschauer

Das Ende: Die Hopfenbäuerin knallt dem Gerstlinger wutentbrannt die gefälschte Urkunde über den Kopf. Mit im Bild ist Regisseur Franz Pfab (Dritter von links) bei seiner Danksagung. Bild: wec
Lokales
Ebermannsdorf
02.04.2015
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Nach fünf Jahren Zwangspause zog die Theatergruppe Ebermannsdorf bei ihrer Premiere von "Die G'wandlaus" in der nahezu ausverkauften Mehrzweckhalle des "DomCom" sämtliche Register: Der Auftritt in ihrem "Wohnzimmer" begeisterte das Publikum - auch durch die dank liebevoller Details perfekte Ausstattung.

Knapp 30 anstrengende, aber für alle auch sehr unterhaltsame Proben standen im Vorfeld zur "G'wandlaus" auf dem Terminkalender der Schauspielgruppe. Bevor der Vorhang aufging, rätselte das Publikum über die Leinwand, die das Bühnenbild zunächst verbarg. Aber das Geheimnis wurde schnell gelüftet und mit Sonderapplaus belohnt.

Die zweite Überraschung war der Blick in das Büro vom Wiener Fälscher Sedlacek, dessen Rolle dem Regisseur Franz Pfab geradezu auf den Leib geschneidert ist. Der honorige Bräu, MdL Johann Franz Xaver Gerstlinger (fantastisch: Georg Feuerer), möchte sich zum 100-Jährigen seiner Brauerei feiern lassen. Gattin Emmerenz (hervorragend: Marianne Widenbauer) will das auch - aber so einfach ist das natürlich nicht.

Nicht nur Braumeisterin Mareis Malzlechner und die resolute Hopfenbäuerin Theres Stanglriader (Claudia Lorenz-Pfab), auch Feuerwehrkommandant Waxi Mankler (Eckhard Pfab) und Hochwürden Pfarrer Nepomuk (Josef Götz) möchten ein Stück vom Kuchen in Form kostspieliger Wünsche. Gabi Reinhardt gab als schlagfertige Braumeisterin einen absolut gelungenen Start als Neuling der Laienspielgruppe, genau wie Verena Weigl, die als souveräne Kamerafrau Haslblatt überzeugte. Der Bräu plant, mit ihr eine Filmsequenz zum 100-Jährigen einzutüten, und soll seinen Jubiläumsspruch zum Besten geben. Aber mit dem Auftauchen des "neuen Verwandten", Veithl Fuchsauser (überzeugend und bewundernswert textsicher: Reiner Rohrwild) gerät seine heile Welt gewaltig aus den Fugen.

Das Publikum tobte angesichts des pointenreichen Spiels - und vor Schadenfreude. Donnernder Schlussapplaus bescheinigte eine gelungene Premiere. Mit diesem kurzweiligen Zweiakter bewies das Laien-Ensemble, dass sein harmonisches Zusammenspiel durch die Erfahrung, die es bei "Max und Moritz" mit einem professionellen Spielleiter gemacht hatte, weiter gereift ist.
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