Hessisches Komikerduo "Mundstuhl" landet mit seinen Pointen gerne mal unter der Gürtellinie
Späße aus dem freiwilligen asozialen Jahr

Über die Fallhöhe des Giraffen-Nachwuchses bei der Geburt konnten sich Ande Werner (links) und Lars Niedereichholz tierisch aufregen. Bild: wec
Lokales
Ebermannsdorf
29.09.2014
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Der Name war eindeutig Programm: "Mundstuhl". Der Ausnahmezustand, wie der Abend mit dem hessischen Komikerduo betitelt war, wurde im "DomCom" zwar nicht ausgerufen, aber eine Ausnahme im Kulturprogramm der Gemeinde war es wirklich. Die Gäste kamen aus dem ganzen Landkreis und darüber hinaus angereist, um die beiden 46-Jährigen, die eigentlich Lars Niedereichholz und Ande Werner heißen, zu erleben. Manch einer kannte sie bereits aus dem Begleitprogramm des TV-Entertainers Stefan Raab.

Streit um "Albino" El Lute

Das aus der Musikerszene stammende Comedy-Duo begann mit dem Lied "El Lute" - und der hat ja laut Michael Holm "nie das Licht der Sonne" gesehen. Daraus entstand ein Streitgespräch, dass dieser El Lute dann doch quasi eine total bedauernswerte Albino-Kreatur sein müsse. Es steigerte sich durch zahllose Wiederholungen der ersten Liedzeile und gegenseitige Unterbrechungen, so dass die hochwertige Gesangseinlage zur Nebensache wurde. Die beiden Protagonisten stellten fest, dass auch andere Liedermacher es nicht so genau nahmen mit ihren Texten. So hätten sie selbst schon - ganz im Gegensatz zu der Feststellung in dem bekannten Lied - ein "Bier auf Hawaii" getrunken.

Die beiden Witzbolde verstanden es, ihre Zuhörer mit eigentlich sinnlosem Klamauk zu unterhalten, ob es nun die "Pinguin-Heizung" war, die mit nachwachsenden Rohstoffen geschürt wird, oder Witze über die "sogar ins Eis einbrechenden" Polen. Die Pointe befand sich überwiegend unterhalb der Gürtellinie. Als "Dragan" und "Alder" bespaßten die Mundstuhl-Jungs das Publikum mit einer "korrekten" Portion "Scheißendreck" und Erzählungen aus einem "freiwilligen asozialen Jahr". Alder wollte sich ein Pferd in die Wohnung stellen, doch Dragan warnte: "Pass bloß auf, dass du keinen Schimmel kriegst!", aber es sollte ja nur ein Tier aus der Gattung der "Blumento-pferde" werden. Ein Gag mit einem langen Bart, der bei einigen Zuschauern dennoch für große Heiterkeit sorgte.

Mehr Hessisch, bitte!

Auch als "Peggy & Sandy", ein stolzes asoziales Ossi-Pärchen aus dem Plattenbau, konnten die beiden mit tief angesetzten Späßen auf Kosten von Ausländern, Behinderten und anderen Randgruppen bei Teilen des Publikums punkten. Nach der Vorstellung, die auf unterschiedliche Resonanz stieß, trugen sich die Hessen, die leider mit dem hessischen Dialekt geizten und stattdessen pseudo-amerikanisch slangten oder "konkretes" Türkendeutsch von sich gaben, ins Goldene Buch der Gemeinde ein.
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