Jetzt stinkt's nicht mehr

Über den Abschluss der Arbeiten am Ebermannsdorfer Rückhaltebecken informierten (von links) Bauleiter Erhard Obendorfer, Diplom-Ingenieur Thomas Seuß, Daniel Müller (Wilo Emu), Klärwärter Andreas Honig und Bürgermeister Josef Gilch. Bild: wec
Lokales
Ebermannsdorf
12.11.2015
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"Nach über 20 Jahren endlich fertig" - stellte Bürgermeister Josef Gilch bei der Endabnahme des sanierten Regenrückhaltebeckens in Ebermannsdorf erfreut fest. Die Anlieger könnten damit endlich aufatmen.

20 Jahre nach dem ersten Spatenstich für das Regenrückhaltebecken im Wiegentalweg wurden jetzt die letzten Arbeiten erledigt. Bürgermeister Josef Gilch traf sich mit allen Beteiligten zur Abnahme und Inbetriebnahme der neuen Technik.

Zur Entlastung der Kläranlage Ebermannsdorf bei stärkeren Regenfällen musste 1992/1993 ein Rückhaltebecken (RÜB) errichtet werden. Der ursprünglich vorhandene, reine Regenüberlauf hatte bereits bei geringen Niederschlägen ungeklärtes Abwasser in den Elsenbach abgegeben. Beim Bau des RÜB wurde damals - wahrscheinlich aus Kostengründen - auf eine automatische Rückspülanlage verzichtet, obwohl diese zu dieser Zeit bereits Standard in der Region war. Eine Entscheidung, die bei den Anwohnern der Anlage regelmäßig für Ärger sorgte: Der Boden des Beckens war nach stärkerem Regen immer mit Schlamm und zahlreichen anderen Utensilien, die sich im Kanal ansammeln, bedeckt - was natürlich zum Himmel stank. Der Klärwärter versuchte zwar in den vergangenen Jahren immer, diese Rückstände eigenhändig zu entfernen. Dies kostete jedoch viele Arbeitsstunden und ist außerdem seit vielen Jahrzehnten nicht mehr zeitgemäß.

Deshalb stimmte die Mehrheit des Gemeinderates dafür, eine automatische Rückspülung einzubauen. Bei starken Niederschlägen wird nun mit dem ersten Regenwasser-Schwall, der durch die Kanäle talwärts rauscht, der gesamte Dreck, der sich in diesen Rohren abgelagert hat, mitgenommen. Dieses Dreck-/Wassergemisch ergießt sich dann ins Betonbecken: Die Kläranlage kann diese großen Mengen nicht aufnehmen. Das weitere, nachfließende Regenwasser führt dann aber fast keine Schmutzstoffe mehr mit. Es kann direkt in den Elsenbach geleitet werden. Eine Lamellenwand, die zwischen Kanal und Bach eingebaut wurde, hält eventuelle weitere Feststoffe zuverlässig zurück. Nach dem Regen wird die schmutzige Brühe im Becken langsam und kontrolliert in die Kläranlage geleitet. Die beiden neuen Pumpen saugen Wasser an und spritzen damit den zurückgebliebenen Schlamm vom Boden. Das Resultat: ein sauberes Becken, das die Anwohner nicht mehr mit Gestank belästigt und ein unbelasteter Elsenbach.
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