Köhlerfreunde zufrieden mit ereignisreichem Jahr
Kohle begehrt wie warme Semmeln

Lokales
Ebermannsdorf
12.12.2015
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Natürlich war das große Köhlerfest im Frühsommer der absolute Höhepunkt. Doch auch sonst waren die Ebermannsdorfer Köhler bei ihrem Rückblick auf ein ereignisreiches Jahr sehr zufrieden.

Reißender Absatz

Bei schönem Wetter scharten die schwarzen Gesellen bei ihrem Fest auf den Meilerplatz viele Gäste um sich. Josef Gilch - Bürgermeister, Vorsitzender des Historischen Vereins und Sprecher der Köhlerfreunde - dankte Letzteren für ihren Einsatz. Sehr erfreut waren die Köhler darüber, dass die Ebermannsdorfer Buchenholz-Grillkohle heuer reißenden Absatz gefunden hat. Bei der Premiere war der Verkauf noch sehr zäh über die Bühne gegangen. Mittlerweile hat es sich jedoch herumgesprochen, dass diese Buchenholzkohle hervorragende Qualität hat. Und so war die heuer produzierte Menge in kürzester Zeit verkauft.

Dies war auch beim Rückblick Anlass für eine Diskussion darüber, ob man im nächsten Jahr wieder einen Kohlenmeiler abbrennen soll oder nicht. Da die Ebermannsdorfer Köhler jedoch bereits eine Einladung vom fränkischen Freilandmuseum Bad Windsheim haben, um dort einen Meiler zu errichten, entschieden sie sich dann doch gegen einen eigenen. Stattfinden wird definitiv wieder das Vatertagsfest an Christi Himmelfahrt, wie schon in Vorjahren. Geplant ist zudem, von der Kohle, die in Bad Windsheim hergestellt wird, einiges nach Ebermannsdorf mitzubringen, um es hier zu verkaufen

Die besondere Würdigung, die ihr Handwerk bei der Einweihung des Oberpfälzer Seenwegs erfuhr, machte die Köhler besonders stolz. Ihr Gewerbe war bis Mitte des 19. Jahrhunderts wichtiger Energielieferant: Darauf verweisen die Infotafeln entlang des neuen Wanderwegs zwischen Ebermannsdorf und Schwandorf.

Einst wichtiges Handwerk

"Die Köhlerei gehörte schon für unsere frühen Vorfahren zu einem sehr wichtigen Handwerk", betonte Gilch. Holzkohle sei ein entscheidender Bestandteil der Eisenverhüttung gewesen: Nur mit ihr konnten die hohen Temperaturen für die Schmiede erreicht werden.

Die Gruppe überlegt nun, ob sie sich mit dem Nachbau eines Rennofens beschäftigen sollten - gerade im Raum Amberg-Sulzbach mit seiner Eisentradition wäre dies sicher ein interessantes Thema. Da drei Vertreter der Ebermannsdorfer - Rudi Götz, Klaus Scheibel und Wolfgang Wagner - vom europäischen Köhlertreffen in Neukirchen am Teisenberg so viel Interessantes berichteten, beschlossen die Köhlerfreunde, 2017 gemeinsam zur nächsten Zusammenkunft ins Elsaß zu fahren - verbunden mit einem mehrtägigen Vereinsausflug. Der Jahresabschluss endete mit einem Essen, bei dem Gilch besonders den Frauen für ihre Unterstützung dankte.
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