Selbst ein nasser Tanzboden hindert Ebermannsdorfer Moidln und Burschen nicht
Kirwa-Volk trotzt dem Regen

Lokales
Ebermannsdorf
24.06.2015
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Viele dunkle Wolken und die Regengüsse hinderten die Ebermannsdorfer nicht daran, am Johannes-Wochenende ihre zehnte Emerschdorfer Kirwa zu feiern. Die Kirwagemeinschaft hatte das Programm zusammengestellt.

Den Samstag eröffnete 2. Bürgermeister Michael Götz in Vertretung des erkrankten Gemeindechefs Josef Gilch mit einem Seniorennachmittag im Festzelt. Viele der Gäste hatten zuvor interessiert beim Aufstellen der geschmückten 32-Meter-Fichte aus dem von-Eyb'schen Wald zugesehen. Die Damen der Tanzgruppe Rieden-Ebermannsdorf zeigten Kreistänze und begeistertem mit einem rhythmischen Gruppentanz. Die Trommelgruppe der Damengymnastik präsentierte erstaunliche Klänge und Rhythmen auf der Bühne. Für ihre spektakuläre Drum-Session ernteten die Akteurinnen tosenden Applaus.

Für alle ab 65 Jahren

Zwischen den Tanzeinlagen sorgte die Jugendblaskapelle St. Konrad für musikalische Unterhaltung. Die Köpfe der Emerschdorfer Oldies rauchten beim Quiz, das der Seniorenbeauftragte Hans Bauer mit ihnen machte. Die Gemeinde verteilte an alle Bürger ab 65 einen Verzehrgutschein, der am Kuchenbüfett der Moidln, am Grill oder an der Käsetheke eingelöst werden konnte. Mit Quetschn, Gitarre und Blechmusik zogen am Abend die Kirwaleute ins Zelt ein. Allen voran Vorsitzender Fabian Jäger. 3. Bürgermeister Erich Meidinger zapfte mit zwei gezielten Schlägen das erste Bierfass an und füllte gleich mal die Kirwa-Liesl.

19 Paare in Tracht

Die fünf Musiker der Band Wöidarawöll sorgten im Festzelt für Stimmung. Die Nacht zum Sommeranfang war für die 19 Kirwapaare vermutlich tatsächlich die kürzeste des Jahres. Dennoch erschienen sie nahezu vollzählig und in Tracht gekleidet zum Festgottesdienst zu Ehren des Kirchweih-Patrons Johannes in der gleichnamigen Schlosskirche.

Die Speisekarte im Jubiläumsjahr lockte zur Mittagszeit scheinbar das ganze Dorf ins Zelt. Viele wollten eine Portion des aus Unterfranken hergebrachten Ochsen, der am Spieß vor Ort gegrillt wurde, mit Knödeln und Blaukraut verspeisen. Am frühen Nachmittag war auf den Straßen im Ort ungewohntes Hufgetrappel zu hören. Es war Zeit, die fesch herausgeputzten Moidln mit der Pferdekutsche abzuholen. Die Burschen begleiteten sie auf einem entsprechend geschmückten Bulldog-Anhänger. Am Festplatz hatte sich die Kirwagemeinde um den Tanzboden versammelt, um dem Höhepunkt, dem Baumaustanzen, beizuwohnen. Trotz der nassen Tanzfläche konnten sich die Darbietung der Kirwapaare sehen lassen. Die Burschen verblüfften mit einer Schuhplattlerpremiere und beeindruckten mit ihren nicht ungefährlichen Sprüngen bei den Bankltänzen. Spuren der durchgemachten Nacht merkte man bei den Gstanzln, mit denen die Burschen und Moidln Missgeschicke und dumme Situationen mit ihren angeschlagenen Stimmbändern in die Menge riefen.

Mit Spannung ging es schließlich an die Suche nach dem neuen Oberkirwapaar. Als die Musik plötzlich stoppte, befand sich der Blumenstrauß definitiv in den Händen von Carolin Vieracker und Simon Liebl. Lautstark wurde das strahlende und ziemlich überraschte neue Oberkirwapaar gefeiert. Es startete mit einem Ehrenwalzer in sein Amtsjahr.

Nasser Bärenpelz

Ohne Verstärker sorgten am Sonntag D'Spalter für gute Laune. Dem Kirwabären regnete es am Montag gehörig in den Pelz, er hatte trotzdem Spaß und fand genügend Opfer, die sich von ihm schwärzen ließen. Mit der Baum-Versteigerung und Live-Musik der Band Grögötz Weißbir klang die etwas verregnete, aber dennoch gelungene Jubiläumskirwa aus.
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