So vielseitig ist die Blasmusik

Sie bescherten den Zuhörern einen kurzweiligen Nachmittag - die Musiker der Jugendblaskapelle St. Konrad Ebermannsdorf mit Kapellmeister Josef Lobenhofer. Bild: kne
Lokales
Ebermannsdorf
07.08.2015
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Ein Sommerkonzert, das seinen Namen verdiente, präsentierte die Jugendblaskapelle St. Konrad im Innenhof der Bruder-Konrad-Kirche: Sonnenschein, jedoch nicht zu heiß, und dazu Musik vom Allerfeinsten - so wünscht man sich einen unterhaltsamen Nachmittag.

Das Programm bewies wieder einmal, dass man mit einem Blasorchester sehr vielseitig spielen kann - von der sinfonischen Blasmusik über Rock und Pop bis zum Oberpfälzer Volkslied, es gibt hier praktisch keine Beschränkung. Dies macht die Blasmusik auch so interessant - für das Publikum und für die Akteure selbst.

Zunächst erklang unter der Leitung von Kapellmeister Josef Lobenhofer Fanfare and Flourishes, gefolgt von der Rhapsodia Slavia. Beim Solo, dass die wunderschöne Klarinettenkadenz abschloss, glänzte Nathalie Kryschak. Nach diesen vom Orchester hervorragend vorgetragenen Stücken traten als erstes Ensemble Nina Birner und ihre Ausbilderin Lisa-Marie Holzschuh als Flötenduett auf. Bei Canario, einer Volksweise aus dem 17. Jahrhundert und dem südafrikanischen Masithi Amen zeigte Nina, was sie mit ihren zehn Jahren und nur eineinhalb Jahren Ausbildung schon alles drauf hat. Kontrastreich ging das Programm dann mit Schlagzeuger Benedikt Feldbauer weiter. Beim von ihm selbst komponierten Speed-Walzer ließ er die Stöcke mit atemberaubender Geschwindigkeit wirbeln.

Pferde-Galopp gehört

Danach präsentierte das Orchester einen Melodienstrauß des Filmkomponisten Ennio Morricone. Hier hörte man doch tatsächlich die Pferde vorbei galoppieren! Weiter ging es mit der Elisabeth-Serenade. Das Klarinettentrio Nathalie Kryschak, Simon Lehmann und Franziska Kolbeck brachte einen flotten Marsch aus Böhmen von Jan Hudec zu Gehör. Eine Blasmusikfassung des berühmten Rock-Songs von John Miles, Music was my first Love, die das Orchester darbot, zeichnete sich durch starke Kontraste aus. Vor der Pause erklang dann noch die böhmische Polka "Wir Musikanten", gesanglich von Marita und Josef Lobenhofer begleitet.

Nach der Pause legte das Orchester mit Young Band Dixie los, gefolgt von der Euro Swing Parade des kürzlich verstorbenen holländischen Komponisten Kees Vlak. Zur Abwechslung spielten dann Evelyn Kryschak und Lisa-Marie Holzschuh schneidig im Querflötenduett bei der Titelmelodie der amerikanischen Zeichentrickserie The Flintstones auf. Natürlich durfte auch ein Titel zum 100. Geburtstag von Frank Sinatra nicht fehlen. Bei der Instrumentalfassung von Strangers in the Night glänzte Michael Lobenhofer an der Solo-Trompete. Anschließend erklang die böhmische Polka "Ein halbes Jahrhundert".

Felix Schormüller machte dann mit seinen selbst komponierten Schlagzeug-Geschichten eine rhythmische Reise durch die Musikgeschichte. Auf Wunsch etlicher Musikerinnen hatte der Kapellmeister einen Rock 'n' Roll ins Programm genommen - den Klassiker überhaupt, Rock around the Clock. Als Kontrast dazu stellte die Kapelle die urbayerische Art des Musizierens vor - die G'stanzlmelodie mit dazugehöriger Derbleckerei. Marita Lobenhofer, die wieder kurzweilig durch den Nachmittag führte, stellte im Vorfeld vorsichtshalber fest, dass es in Bayern in der Regel eine große Ehre ist, musikalisch derbleckt zu werden. Und so nahmen Josef und Marita Lobenhofer natürlich diverse Musikanten, aber auch Bürgermeister Josef Gilch, Vorsitzenden Albert Gruber und Tonmeister Josef Beer gekonnt aufs Korn.

Nicht ohne Zugaben

Verabschieden wollte sich die Kapelle mit der Herz-Schmerz-Polka. Doch die war natürlich nicht das letzte Stück, da das Publikum lauthals eine Zugabe einforderte. Ein Potpourri alter Wirtshauslieder und das Fuhrmannslied genügten den Fans aber noch nicht. Kapellmeister Lobenhofer beendete das Konzert mit dem "Rehragout" und noch einer Runde "Wir Musikanten".
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