Tonleiter der Lebensfreude

Der Aufforderung von Pfarrer Naujoks, ein Zeugnis vom Glauben zu geben, kamen die Gospelsänger gerne nach - mit "Open the eyes of my heart". Bild: wec
Lokales
Ebermannsdorf
20.03.2015
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"Laetare - freut euch": Einen passenderen Tag als den vierten Fastensonntag gibt es wohl kaum für ein Gospelkonzert, bei dem sich die Besucher ebenso freuen wie die Sänger. Das dachten sich auch die Kirchenverwaltung und der Pfarrgemeinderat der Bruder-Konrad-Kirche, als sie ein Konzert mit Hope & Joy planten.

Hätte es Eintritt gekostet, würde man sagen, es war ausverkauft. Aber es war ein Benefizkonzert zugunsten der Johanneskirche und so blieb es den Besuchern selbst überlassen, wie sie am Ende des zweistündigen Konzerts ihre Wertschätzung auch im Füllen der Spendenkörbchen ausdrückten.

Die Freude steckt an

Schienen die Zuhörer während der ersten halben Stunde noch auf den Bänken zu kleben und sich in der Andacht eines Gottesdienstes zu wähnen, löste sich diese Starre zunehmend auf. Die Leute ließen sich anstecken vom Rhythmus des Chores. Remona Fink, die an der Spitze der Formation steht, gelang es einmal mehr, mit ihrer Truppe ein Gotteshaus zum Klingen zu bringen und die Freude spürbar werden zu lassen. Pfarrer Herbert Grosser freute sich über das volle Haus. Die Sänger glänzten nicht nur in ihren blauen Roben mit den goldenen Stolas, die Akteure verstanden es, echte Hoffnung und Freude - eben Hope and Joy - zu verbreiten. Ihre Choreographie wirkte zu keiner Zeit einstudiert, jedoch extrem ansteckend. Ob beim meditativen, sanften Wiegen mit geschlossenen Augen oder beim rhythmischen in die Hände klatschen - das Herzblut aller war immer dabei.

Gospel bedeutet ja so viel wie "Gute Nachricht" und entsprechend verkünden die Lieder durch die Bank christliche Inhalte. Der Sänger und evangelische Pfarrer Dominic Naujoks, der nach eigenen Angaben in der eigenen Familie erlebt hat, was es heißt, "er hält dein Leben in der Hand", forderte die Menschen inständig auf, ihren Glauben in der Gemeinde zu leben, ihn in den Alltag hinein zu buchstabieren, die Augen für Gott zu öffnen. Die folgenden Lieder sprachen seine Sprache und gingen unter die Haut.

Gefühlvoll begleitet

Die eingeblendeten Texte erleichterten es den Zuhörern, die Refrains mitzusingen. Und so schallten Lieder wie "Amen", "O happy day" oder "I will follow him" aus allen Kehlen durch die Nacht. Die Drei-Mann-Band mit Mäx Braun am Keyboard, Mane Koller am Bass und Georg Fruth am Schlagzeug begleitete die Soulstimmen gefühlvoll und dennoch voller Power. Nach knapp zwei Stunden und vor den lautstark eingeforderten Zugaben trat Christine Schormüller von der Kirchenverwaltung ans Mikrofon und dankte dem Chor für das fantastische Konzert.

Sie wies auf die renovierungsbedürftige Johanneskirche hin, zu deren Gunsten die Spenden verwendet werden, und lud anschließend in das Pfarrheim ein, wo der Pfarrgemeinderat einen deftigen Imbiss und Getränke für alle anbot. Singend und händeschüttelnd verließen die Hauptdarsteller die Kirche, und die Kälte der Nacht trug ihre wunderbaren Stimmen noch lange aus dem Innenhof in das umliegende Dorf.
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