Wandel erfordert Umdenken

Lokales
Ebermannsdorf
27.01.2015
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Josef Gilch und seine beiden Stellvertreter Michael Götz und Erich Meidinger waren gefordert. Im Händeschütteln. Die Gemeinde hatte zu ihrem Neujahrsempfang eingeladen. Neben Repräsentanten des öffentlichen Lebens waren auch viele Bürger gekommen.

"Wenn der Wind des Wandels weht, bauen die einen Schutzmauern, die anderen bauen Windmühlen." Dieses chinesische Sprichwort zitierte Bürgermeister Josef Gilch, um eine Standortbestimmung für 2015 abzugeben. Rückenwind, um im sprachlichen Bild zu bleiben, tue da natürlich gut. Aber nur in wohldosierten und für alle verkraftbaren Mengen, damit sich niemand in Ebermannsdorf einmal als "vom Winde verweht" sehe.

Nur schlagwortartig riss Gilch das sich verändernde Umfeld des Alltags an. Dazu zählte er den Klimawandel, die Energiewende, das Internetzeitalter, sinkende Geburtenzahlen und immer mehr ältere Menschen. Nicht nur eine Gemeinde und die Kommunalpolitik, jeder müsse für sich selbst den richtigen und angemessenen Umgang damit sowie Antworten finden. Den Gästen im DomCom wünschte der Bürgermeister, dass ihnen das gelingen und der Wind immer aus der richtigen Richtung kommen möge.

Das passt nicht

Anstehende Veränderungen würden das Beschreiten von neuen Wegen nötig machen, sie sollten aber auch als Chance verstanden werden. Die Zusammenarbeit über Parteigrenzen hinweg haben in den zurückliegenden Jahren gezeigt, dass das zwar nicht leicht, aber dennoch möglich sei. Nicht in dieses Bild, das wollte Gilch nicht verhehlen, würden vergiftete Alleebäume, aus öffentlichen Grünanlagen gestohlene Pflanzen und das Streuen unschöner Gerüchte im Dorf passen. In der Summe zog der Bürgermeister jedoch eine durchaus positive Bilanz für 2014. Nicht zuletzt profitiere auch Ebermannsdorf von einer anhaltend guten Konjunktur, die Gewerbesteuer fließe, die lokale Wirtschaft floriere. Es seien in der Gemeinde neue Arbeitsplätze entstanden und der Wachstumstrend ansässiger Firmen halte an. Seit zwei Jahren seien alle verfügbaren Industrieflächen "komplett ausverkauft" und er hoffe nach wie vor weitere, notwendige Gewerbeflächen in Schafhof-Ost ausweisen zu können. Doch diese Leitplanung stelle sich derzeit eher wie ein Kreisverkehr ohne Ausfahrt dar.

Bauland knapp

Da inzwischen auch das jüngste Baugebiet "Sonnenfeld" ausgebucht sei, bestehe nicht zuletzt auf diesem Gebiet Handlungsbedarf. Bei Industrie- und Gewerbeflächen ist für Gilch inzwischen auch eine Kooperation mit den Nachbarn Amberg, Kümmersbruck und Ursensollen gut vorstellbar. Seit zwei Jahren arbeite man intensiv an einem Gemeinde-Entwicklungskonzept (GEK). Es erschließe bisher nicht abgerufene Fördermittel, wenn Überlegungen der baulichen Aufwertung des "alten Dorfs" und die Bestrebungen zur Schaffung einer "neuen Ortsmitte" umgesetzt würden.

Für Sonntag, 1. März, kündigte Gilch die öffentliche Vorstellung des GEK im DomCom an. "Nur wer weiß, wo er hinsegeln will, setzt die Segel richtig", ist sich in diesem Sinne der Bürgermeister sicher. Kurz und prägnant räumte Landrat Richard Reisinger mit dem Gerücht auf, dass Ebermannsdorf in einem stillen Seitental der Vils liege. "Ich höre immer 'was aus dieser Richtung."
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