Ebermannsdorf unterstützt Sanierung der Johanneskirche
Zuschuss ja, aber gedeckelt

Politik
Ebermannsdorf
18.03.2016
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Unterschiedliche Meinungen gab es im Gemeinderat zu einem Zuschussantrag der katholischen Kirchenstiftung für die Sanierung der Johanneskirche. Bürgermeister Josef Gilch erläuterte, dass Investitionen in der Regel mit zehn Prozent bezuschusst werden.

Dies wären bei Gesamtkosten von 1,3 Millionen Euro im aktuellen Fall 130 000 Euro. Da die Kirchenstiftung aber aus Bundesmitteln über den Sonderfonds Denkmalschutz 260 000 Euro erhalten habe, was sehr außergewöhnlich sei, plädierte Gilch für nur fünf Prozent Zuschuss.

Gemeinderat Reinhard Jäger bedauerte, dass das Gotteshaus seit Jahrzehnten nicht mehr genutzt werde und auch der Öffentlichkeit nicht zugänglich sei. Deshalb sei so viel Finanzhilfe durch die Gemeinde nicht zu rechtfertigen, zumal man auch zum Sparen gezwungen sei. 3. Bürgermeister Erich Meidinger, der auch Mitglied der Kirchenverwaltung ist, informierte, dass die Johanneskirche für Taufen, Hochzeiten und Konzerte wieder zugänglich gemacht werden soll. Die Gemeinderäte Hans Bauer und Michael May verwiesen darauf, dass es sich hier um ein absolutes Kunstwerk von überörtlicher Bedeutung handle "Dies ist auch ein Pluspunkt für die Außendarstellung der Gemeinde", sagte May. Daniel Plata erklärte für die SPD, dass diese einen Zuschuss von 30 000 Euro, verteilt auf drei Jahre, mittragen wolle.

Johann Vornlocher brachte schließlich die Deckelung von Zuschüssen, auch für die Zukunft, ins Spiel. Er schlug vor, weiter zehn Prozent der Investitionssumme zu fördern, den Betrag aber bei höheren Kosten auf maximal 50 000 Euro zu begrenzen. Dies sollte in einer den nächsten Sitzungen beschlossen, aber schon bei diesem Zuschussantrag angewendet werden. Dies war auch Grundlage des nachfolgenden Beschlusses mit zwei Gegenstimmen: Die Kirchenstiftung erhält für die Sanierung der Johanniskirche 50 000 Euro, verteilt auf drei Jahre.

Kein Problem war die Auftrags-Vergabe zur Erneuerung der Zifferblätter an der Kirchturmuhr der Johanneskirche für knapp 5000 Euro in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde.

Erneuter Schlagabtausch zum GehwegIn seiner vorangegangenen Sitzung hatte der Gemeinderat bereits die Grundsatzentscheidung zum Bau eines Gehwegs entlang der Hauptstraße bis zur Einmündung in den Erzweg getroffen. Nun legte Bürgermeister Josef Gilch den Ingenieurvertrag vor. Da bereits ein Oberflächenkanal existiere, reduzierten sich die Kosten gegenüber der ursprünglichen Prognose. Gilch geht von nunmehr 120 000 Euro Kosten aus, auf die sich auch der Ingenieurvertrag bezieht.

Trotzdem kam es nochmal zu einem Schlagabtausch. Insbesondere SPD-Gemeinderat Reinhard Jäger bekräftigte, dass er und seine Partei den Gehweg für überflüssig halten: Es gebe andere, fußläufige Möglichkeiten in Richtung Westen und Tennisheim. Weder für die Schulkinder, noch für andere Bürger werde eine Verbesserung erreicht.

Christian Elsner beschwerte sich mit Blick auf einen CSU-Ortstermin, dass er namentlich als Gegner des Gehweges genannt wurde. Hans Bauer verwies darauf, dass die Abstimmung öffentlich erfolgt sei und damit auch darüber berichtet werden könne.

SPD und FWG stimmten gegen den Vertrag. Mit knapper Mehrheit wurde beschlossen, mit dem Büro Seuß Ingenieure (Amberg) einen Vertrag für alle Leistungsphasen zum Gesamthonorar von 17 575 Euro abzuschließen. (ac)
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