Ebermannsdorf jubelt für Sara Däbritz
Riesen-Empfang für Gold-Mädel

Die Nachwuchs-Kicker aber auch die Ebermannsdorfer Fußballmädels standen Spalier, um Sara Däbritz in ihrer Heimatgemeinde willkommen zu heißen. Bilder: Wolfgang Steinbacher (4)
Vermischtes
Ebermannsdorf
12.09.2016
4160
0
 
Erinnerungsfoto mit einer Goldmedaillen-Gewinnerin: Viele Menschen zückten die Smartphones, um diesen besonderen Moment festzuhalten.

Neugierig reckten die Leute die Köpfe und lugten ums Eck. Dann endlich kam sie, im Mercedes SLK und eskortiert von der Feuerwehr: Sara Däbritz, Goldmedaillen-Gewinnerin von Rio. Ebermannsdorf, ihre Heimatgemeinde, bereitete ihr einen sehr herzlichen Empfang.

Um kurz vor 18 Uhr standen am Montagabend alle parat: die Feuerwehr genauso wie die Böllerschützen, die Fußball-Kinder der SpVgg Ebermannsdorf sowieso, die Jugendblaskapelle und natürlich zahlreiche Bürger, die zum DomCom gekommen waren.

Mit Feuerwehr-Eskorte


Rund 350 Menschen warteten auf Goldmedaillen-Gewinnerin Sara Däbritz. Sie jubelten und klatschten, als die 21-Jährige im Mercedes SLK vorgefahren wurde. Die Feuerwehr eskortierte mit Blaulicht und Martinshorn. Sara Däbritz strahlte, winkte mit der Fahne in Schwarz-Rot-Gold, die Goldmedaille, die sie um den Hals trug, glitzerte in der Sonne. Kaum dass sie ausgestiegen war, scharten sich die ersten Gratulanten um sie, allen voran Bürgermeister Josef Gilch und Landrat Richard Reisinger. So mancher Fan der 21-Jährigen zückte sein Smartphone - Zeit für ein Selfie mit einer Olympiasiegerin.

Die Goldmedaille, ja die sei etwas fürs Leben, sagte Bürgermeister Josef Gilch sichtlich stolz, dass Sara Däbritz Bürgerin seiner Gemeinde ist. In einem lockeren Interview mit dem Rathaus-Chef ließ die Fußballerin, die beim FC Bayern München kickt, die Menschen teilhaben an diesem "unbeschreiblichen Moment" nach dem Finale im Maracanã-Stadion in Rio de Janeiro. Dort hatte 2014 die deutsche Nationalelf den WM-Titel geholt, dort spielten sich Sara Däbritz und ihre Teamkolleginnen am 19. August zu Gold, besiegten vor 65 000 Zuschauern die Schwedinnen mit 2:1. "Das ist der Traum eines jeden Fußballers", schwärmte Däbritz.

Große Gefühle in Rio


Die junge Sportlerin erzählte von dem Tag, als sie erfahren hatte, dass sie im Aufgebot ist, vom olympischen Flair, von dem sie anfänglich an den Spielstätten São Paulo, Salvador und Brasilia nicht so viel mitbekommen habe, vom Turnierverlauf ("In uns steckte mega-viel Potenzial") und von ihrer Gefühlslage, als sie dann Olympia-Siegerin war: "Das war ein unbeschreiblicher Moment."

Sie schilderte in groben Zügen ihre Karriere, die sie als Fünfjährige in Ebermannsdorf begonnen hatte, später Regional- und Bayernauswahl spielte, die U-Nationalmannschaften durchlief und immer ein großes Ziel hatte: die A-Nationalmannschaft. Auch Landrat Richard Reisinger würdigte die Leistung der 21-Jährigen: Sara Däbritz holte die erste olympische Goldmedaille in den Landkreis geholt. Und er legte sogar weiteres Edelmetall drauf: Im Vorgriff auf die Sportlerehrung im März, wenn die Fußballerin mitten in der Vorbereitung stecke, überreichte er der Ebermannsdorferin die Goldmedaille des Landkreises für herausragende sportlichen Leistungen.

Kaktus und Gummibärchen


Sara Däbritz wurde reich beschenkt, mit Gutscheinen, um italienisch essen und shoppen zu gehen, einem Kaktus (Bürgermeister Gilch: "Der ist ein Freund fürs Leben"), aber auch mit Gummibärchen und anderen Naschereien, die ihr die Spielführer der Nachwuchs-Teams der SpVgg Ebermannsdorf überreichten.

Ellen Kraus, Vorsitzende des Sportvereins, wartete mit einer besondere Überraschung für die Fußballerin auf: Sie verlieh ihr die Ehrenmitgliedschaft der Spielvereinigung. "Sara hat bei uns als Fünfjährige angefangen und ist heute noch Mitglied." Sie ging auf die drei Tore ein, die die Ebermannsdorferin in Brasilien erzielt hatte. "Für mich warst du der Shooting Star der Olympischen Spiele", so Kraus. Über Sara Däbritz' Erfolg werde in 100 Jahren noch gesprochen, zeigte sich Fußball-Spartenleiter Jürgen Rieger überzeugt. "Was du für den Mädchen-Fußball machst, ist unbezahlbar", sagte er. Der donnernde Applaus, mit dem die Menschen Däbritz' Erfolg würdigten, bewies, wie stolz alle auf das Gold-Mädel aus Ebermannsdorf sind.

"Einfach toll"Sehr gerührt zeigte sich Sara Däbritz über den Riesen-Empfang, den ihr die Gemeinde Ebermannsdorf und rund 350 Bürger bereitet hatten. "Ich freue mich wirklich über jeden, der gekommen ist, um mit mir zu feiern", sagte sie. Ebermannsdorf sei ihre Heimat, hier habe sie ihre Familie, ihre Freunde. Sie komme gerne heim, hier könne sie runterkommen, hier könne sie entspannend. "Es war toll", sagte die 21-Jährige freudestrahlend am Ende des offiziellen Teils des Empfangs und schrieb dann wieder fleißig Autogramme.


Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.