Hans-Georg Hierl gestaltet eine außergewöhnliche Krippe
Weihnachten höchst lebendig

Wer ihm bei der Arbeit an seinen Krippenfiguren zusieht, merkt sofort: Hans-Georg Hierl ist mit Leib und Seele bei der Sache. Hier entsteht ein so sicherlich einzigartiges Werk, das die Weihnachtsgeschichte zum Leben erweckt. Zu sehen ist die Hierl-Krippe heuer auf dem Weihnachtsmarkt in Guteneck. Bild: wec
Vermischtes
Ebermannsdorf
06.09.2016
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Schon fast dreieinhalb Jahre geht der Künstler Hans-Georg Hierl mit der Idee einer Krippe im orientalischen Stil eines authentischen Bethlehems schwanger. In diesem Winter wird sie Wirklichkeit.

Diese - wahrscheinlich weltweit einzigartige - Krippe wird auf dem Weihnachtsmarkt auf Schloss Guteneck (bei Nabburg) zu bewundern sein. Seit Mai entsteht sie auf dem dortigen Gelände. In Burkhard Graf Beissel von Gymnich, dem Schlossherrn zu Guteneck, fand Hierl einen begeisterten Unterstützer seines Vorhabens.

Sein Weihnachtsmarkt, der auch heuer, zum elften Mal, Zigtausende Besucher anziehen wird, bildet einen hervorragenden Rahmen für die beeindruckende Krippe mit zwölf lebensgroßen, handgefertigten und -bemalten Figuren, die in einer täuschend echt modellierten und gemalten Kulisse zum Leben erweckt werden.

Ein Blick nach Bethlehem


Die Szene der Menschwerdung Gottes in Bethlehem wird auf 30 Quadratmetern dargestellt. Eine betonierte Grundfläche sowie das gezimmerte Dachkonstrukt wurden vom Schlossherrn errichtet. Darauf baute Hierl in filigraner Handarbeit die detailreiche Szene aus Porenbeton und anderen Modellmaterialien. Ein vom Künstler gemalter Entwurf diente als Wegweiser. Ein Blick durch zwei Torbögen wird im Hintergrund die weite Landschaft Bethlehems zeigen - genauso verblüffend, wie viele andere Facetten, die einen direkt hineinversetzen in einen Augenblick zur Zeit der Geburt Christi.

Die zwölf Figuren, deren Silhouetten der unermüdliche Künstler bereits aus wetterfesten Alu-Dibond-Platten ausgesägt und grob untermalt hat, erhalten gerade ihre Charakterzüge. Dargestellt werden die Heilige Familie, die Könige Kaspar, Melchior und Balthasar, bärtige Hirten, eine Magd, Ochse und Esel sowie der Engel, der die frohe Botschaft verkündet. Mit gekonnten Pinselstrichen haucht Hierl jedem einzelnen Leben ein. Die Gewänder berichten von Geschichten aus dem Morgenland. Besonders beeindruckend aber sind die ausdrucksstarken Gesichter: Sie spiegeln sehr realistisch die Ehrfurcht und Demut vor dem dargestellten Ereignis wider.

Mit Herz und Seele dabei


Hans-Georg Hierl, der in Ebermannsdorf bereits zahlreiche Spuren hinterlassen hat, ist bei der Fertigung dieses Kunstwerkes mit Herz und Seele bei der Sache. Zuletzt begeisterte er viele Hundert Zuschauer mit dem Benefizspiel "Max und Moritz", das von der Idee über die Ausstattung der Protagonisten bis hin zur Fertigstellung der Stadtkulisse seine Handschrift trug. Auch das Ebermannsdorfer Wappen und die Fahne hat der Künstler entworfen. Ebenso entstanden die Logos der Jugendblaskapelle, der Theatergruppe und auch des STC Ebermannsdorf durch seine Hand. Nennenswert sind außerdem seine zahlreichen Bilder für die Pfarrei, die gern als Präsente ihre Verwendung finden.

Bereits 1983 hat der damalige Bürgermeister Willi Jäger das Bronze-Triptychon an der Aussegnungshalle des Friedhofes bei Hierl in Auftrag gegeben. Eine weitere Arbeit in Bronze unterhalb des Schlosses erinnert an die 1000-Jahr-Feier 2004 in Ebermannsdorf. Den damaligen historischen Festzug hat der Künstler mit über 1000 Mitwirkenden organisiert, künstlerisch gestaltet und geschichtsträchtig dargestellt.

Viele Spuren hinterlassen


Und wer schon einmal in Hohenburg an einer Verabschiedungsfeier im Krematorium teilgenommen hat, wird sich an den in Lebensgröße erstrahlenden Christus im Altarbereich oder die Gestaltung der Stele aus Bronze im Zugangsbereich zum Urnenwald erinnern. Beides stammt ebenfalls aus der Hand dieses Künstlers. Bis zur Renovierung des Kindergartens Sonnenschein verwies ein von ihm gemaltes Bild mit fröhlichen, spielenden Kindern eindeutig auf den Sinn des Gebäudes. Die Gemeinde fand es dann aber nicht mehr kompatibel mit dem modernisierten Kindergarten und montierte es nach der Renovierung nicht mehr an das Gebäude.
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