Religiöses Volksbrauchtum
Frauentragen in Pittersberg

Lucia, Hannah und Vincent (von links) sind als eine der insgesamt fünf Frauenträger-Gruppen bei einer Familie in Pittersberg vorbeigekommen und fragen symbolisch nach einer Herberge für Maria und Josef. Bild: gm
Vermischtes
Ebermannsdorf
19.12.2015
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Pittersberg. Die Ministranten sind derzeit als sogenannte Frauenträger in der gesamten Pfarrei Pittersberg bis nach Au sowie von Kreith bis Ipflheim zu den Haushalten unterwegs, um symbolisch für Maria und Josef eine Herberge zu suchen. "Mir kumma, mir fraong und klopfa o, ob Christus der Heiland zu eich kumma ko...", so lautet der Vers der Messdiener bei ihrer Ankunft an der Haustür.

Die Familien lassen sich dann meist nicht lange bitten und holen die Gruppe mit ihrem geschmückten Marienbild und zwei Lichtern drauf in die Stube. Die Buben und Mädchen fahren dann unter anderem fort: "Maria und Josef stengan draußen auf der Straß'n und bitten um ein Nachtquartier..." Ihre Verse haben die Messdiener alle gut gelernt. Bei den Kindern und Eltern kommt dann Zuhause im Schein der Kerzenlichter vorweihnachtliche Atmosphäre und Freude auf. Pfarrer Josef Vollath hatte 1963 diesen christlichen Brauch als Geistlicher aus Hohenfels mit nach Pittersberg gebracht und in der Nikolauspfarrei eingeführt.

Seither sieht man alle Jahre zur Adventszeit mit Einbruch der Dunkelheit die Frauenträger von Haus zu Haus ziehen. In der Familie soll diese Aktion noch am Abend, an dem die Ministranten vorstellig werden, oder am Tag danach stets auch ein Anstoß zum gemeinsamen Gebet sein, so die Seelsorger Josef Fromm, Josef Beer und Herbert Grosser. Und nicht zuletzt sammeln die Buben und Mädchen bei dieser Gelegenheit auch für einen guten Zweck, um die Not in der Welt zu mindern. Für die Gruppen selbst gibt es meist an den Haustüren ein paar Süßigkeiten.
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