Unsichtbar, aber tödlich

Werner Keller (rechts) schilderte, wie seine Tochter Franziska beinahe an einer Kohlenmonoxid-Vergiftung gestorben wäre. Bild: gm
Vermischtes
Ebermannsdorf
20.04.2016
24
0

Franziska Keller lag sechs Tage auf der Intensivstation eines Regensburger Krankenhaus. Sie hatte eine Kohlenmonoxid-Vergiftung erlitten. Durch eine Behandlung in einer Druckkammer wurde ihr Leben gerettet.

Pittersberg. Ihr Vater Werner Keller war zum Bürgerstammtisch der Gemeinschaft für Schöpfung, Umwelt und Kultur gekommen, um über das Schicksal seiner Tochter zu sprechen und vor den Gefahren von Kohlenmonoxid zu warnen.

"Lebenswichtiges Thema"


Angesichts dieses Mitte Februar in Schwandorf-Dachelhofen aufgetretenen Falls einer Kohlenmonoxid-Vergiftung hatte sich die Pittersberger Gemeinschaft entschlossen, über diese unsichtbare und geruchlose, aber tödliche Gefahr aufzuklären. Vorsitzender Michael Götz sprach von einem lebenswichtigen Thema, denn letztlich seien Vater und Mutter verantwortlich für die Sicherheit ihrer Familie in Haus, Heim und Hof.

Glück im Unglück


Die 19-jährige Tochter der Familie Keller aus Dachelhofen war im Februar nach einer Kohlenmonoxid-Vergiftung im Bad beinahe ums Leben gekommen. Nur Glück im Unglück habe das verhindert, sagte Franziska Kellers Vater Werner. So etwas dürfe sich eigentlich nicht wiederholen waren sich alle Anwesenden einig. Sie wissen aber auch, dass es eine 100-prozentige Sicherheit nirgendwo auf der Welt gibt.

"Die Gefahren durch giftiges Kohlenmonoxid für den Menschen gibt es öfter als man denkt", sagte Werner Keller. Die Zahl der Todesfälle, die durch Kohlenmonoxid verursacht werden, habe der Chefarzt des Krankenhauses St. Josef in Regensburg mit bundesweit 550 angegeben.

Um im Bereich des Hauses eine gewisse Sicherheit zu haben, empfahlen sowohl Kaminkehrermeister Richard Wiederer als auch Oberkaminkehrermeister Peter Wilhelm aus Schwandorf einen Kohlenmonoxid-Melder, der etwa 60 Euro koste.

Im Gegensatz zu den Rauchmeldern sei dieser nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber sinnvoll. Angebracht werden sollte das Gerät laut Werner Keller auf Nasenhöhe. Der Melder reagiere beim Auftreten von Kohlenmonoxid sofort.

Schwerer als Luft


Bedenken sollte man auch, dass Kohlenmonoxid schwerer ist als normale Luft, sagte Robert Wittmann, Feuerwehrmann aus Diebis. Er erinnerte an Silo-Gas bei den Bauern in früheren Zeiten. Auch von der Feuerwehr vor Ort könne man sich bei Bedarf eine Maske mit Filter ausleihen. Familienvater Keller jedenfalls hat nach dem Unglück sofort reagiert und die Gas-Therme im Bad erneuert.

Regelmäßige WartungAuch Kaminkehrermeister Richard Wiederer und Oberkaminkehrermeister Peter Wilhelm unterstützten die Veranstaltung des Bürgerstammtischs der Gemeinschaft für Schöpfung, Umwelt und Kultur in Pittersberg. Den Männern war es ein Anliegen, die Bürger auf die Gefährlichkeit von Kohlenmonoxid hinzuweisen.

Wiederer unterstrich, wie wichtig die jährliche Wartung der Heizung sei, damit die Verbrennung und das wichtige Sauerstoffverhältnis in Ordnung seien. Ob Öl-Zentralheizung oder Pelletskeller, Kachelofen oder Gas-Therme: Wartung und Technik müssten stimmen, nicht nur der Umwelt, sondern auch der Sicherheit zuliebe. "Kohlenmonoxid sieht man nicht, man hört oder riecht es auch nicht", warnte der Experte. Eine Kohlenmonoxid-Vergiftung daheim sei in aller Regel vermeidbar, wenn man sich über derlei Angelegenheiten und Frischluft bei Heizungen Gedanken mache, so Michael Götz, Vorsitzender der Gemeinschaft. (gm)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.