Konzert in Ebnath
„Musik lindert Schmerzen“

Der Kirchenchor St. Ägidius Ebnath, dirigiert von Dekanatskirchenmusiker Berthold Strahl, Marktredwitz, und Professor Franz Josef Stoiber an der Orgel erinnerte noch einmal musikalisch an Gerhard Kuhbandner. Bild: soj
Kultur
Ebnath
20.10.2016
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Ein hochklassiges Konzert aus traurigem Anlass: Gerhard Kuhbandner hat Domorganist Professor Franz Josef Stoiber zum aus Regensburg nach Ebnath gelotst. Der Auftritt war nun eine Art Gedenkkonzert für den Organisator des Abends.

Den Beginn in der Pfarrkirche St. Ägidius gestaltete ein Bläserensemble. Katja Kellner, Sebastian König, Moritz und Maximilian Ponader spielen alle gemeinsam in der Fichtelgebirgskapelle Ebnath. Sie boten eine schwungvolle Renaissance-Suite mit drei Sätzen von Tielman Susato. Nach der Begrüßung durch Pfarrgemeinderatssprecher Hans Enders klang die Hey-Orgel in der Ebnather Kirche in den schönsten Tönen bei einer Improvisation Franz Josef Stoibers über "Wer nur den lieben Gott lässt walten".

Domvikar Harald Scharf erinnerte dann den erst kürzlich verstorbenen Gerhard Kuhbandner. Er war nicht nur Organist und Leiter des Kirchenchors. Kuhbandner hatte auch das Orgelkonzert initiiert und viel Zeit und Mühe in die Vorbereitung gesteckt. "Musica levamen dolorum - Die Musik lindert Schmerzen" zitierte er Kirchenlehrer Augustinus und leitete über zum Kirchenchor St. Ägidius, dirigiert von Dekanatskirchenmusiker Berthold Strahl aus Marktredwitz, an der Orgel begleitet von Franz Josef Stoiber.

Zum Max-Reger-Jahr hatte Gerhard Kuhbandner "Preis sei dem Vater" und "Herr führe mich auf dem Pfad deiner Gebote" des in Ebnath getauften Komponisten ausgewählt. Dem Oktober als Rosenkranzmonat entsprach das Lied von der "Rosenkranzkönigin", das der Chor abwechselnd vierstimmig (Chorsatz von Gerhard Kuhbandner) und zweistimmig mit Sopran- und Alt-Solo (Sabine König und Karin Kuhbandner) vortrug.

"Meine Orgelsachen sind schwer", schrieb Max Reger 1900 an den Organisten Gustav Beckmann, "es gehört ein über die Technik souverän herrschender geistvoller Spieler dazu ... Man macht mir oft den Vorwurf, dass ich absichtlich so schwer schreibe; gegen diesen Vorwurf habe ich nur eine Antwort, dass keine Note zu viel darin steht." Das bewies Stoiber bei der Toccata in d-Moll, dem Benedictus und dem Te Deum aus Opus 59. Eindruck vom virtuosen Spiel bekamen die Chormitglieder, die auf der Empore dem Organisten über die Schulter schauen konnten. Regers' bekanntestes Marienlied, "Mariae Wiegenlied", boten Katja Kellner und Stoiber als Instrumentalfassung für Trompete und Orgel.

Eine Improvisation über "Herr, ich bin Dein Eigentum" widmete Stoiber dem Verstorbenen. Dabei zeigte der Regensburger Domorganist erneut sein Können. Die aus dem Jahr 1694 stammende Melodie bot moderne Klänge und fesselte die Zuhörer, bis sie im gemeinsam gesungenen Schlusslied mündete. Stehend applaudierten die Zuhörer danach.
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