Auch "wilde Ecken" zu entdecken

Lokales
Ebnath
01.07.2015
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Die ersten Besucher strömten schon vor der Eröffnung in die Gärten der Familien Fischbach, Winterling und Exner. Schließlich bot der Tag der offenen Gartentür viel mehr als wilde Weinreben, Blumenarrangements und Wasserläufe.

Etwas versteckt in zweiter Reihe des Witzlasreuther Weges befindet sich das Anwesen Fischbach. Von der Straße aus ist das Grundstück wegen eines kräftig gewachsenen Fächerahorns nicht direkt einsehbar. Ihn hatte die Familie bewusst als Hausbaum gewählt.

Bereits der Vorgarten mit Zierkirsche, verschiedenen Rosen und Rhododendrenstauden, Blumenampeln sowie einer geschmackvollen Gartenschaukel ließ die zahlreichen Besucher staunen. Da wussten sie aber noch nicht, was sie hinter dem Haus erwartete.

Alle und Gartenzwerge

Zwei Wege führen daran vorbei. Vorbei an einer kleinen Blumenwiese mit dem ersten Wasserspiel durch eine Art Allee, gesäumt von verschiedenen Stauden oder auch gelangweilten Gartenzwergen, eröffnete sich den Besuchern der Blick auf die Gartenanlage. Da sich das Grundstück in einer Hanglage befindet, musste der Höhenunterschied durch verschiedenartig angelegte Terrassen überwunden werden - perfekt gelungen, war die eindeutige Meinung der Gäste.

Auch die Böschungen wurden in einzigartiger Weise gestaltet. Ungläubig bestaunten die Besucher die kleinen Kunstwerke, geschnittene Hecken, teils als Rundbogen, vielfach als Kugel, aber auch als Herz oder hügelartig. Im Mittelpunkt des Areals, das zwei kleine Wäldchen sowie ein Baumbestand des Nachbargartens eingrenzen, steht ein weiß-pastellfarbiger Pavillon. Er wird von weiß blühenden Buschrosen, duftenden Kletterrosen sowie vielen weiteren Blumenarrangements umringt.

Zum Tag der Gartentür zeigten sich die Rosen in ihrer vollen Pracht. Zu entdecken gab es unter anderem auch eine kleine Ziegelgartenmauer, ausgestaltet als Ruine, die von einer mit Wein eingegrünten Pergola umringt ist. Auch Sitz- und Liegeplätze mit Wasserspiel luden zum Verweilen ein. Ein Blickfang war ein im Schwedenstil gestaltetes Gartenhaus.

Natur als Gestalter

Über eine Steintreppe gelangten die Besucher in den etwas höhergelegenen Garten der Familie Exner. Den Interessierten bot sich ein wahres Kontrastprogramm, da dieser Garten weitgehend der Natur überlassen wurde, dabei aber nicht ungepflegt oder unordentlich wirkt. Gartenteich, Gemüsegarten, Grillplatz mit Holzhütte, Insektenhotel, individuelle Gartenschaukeln und Gartenbänke laden auch hier zum Staunen ein. Ein Wasserlauf stellt den Mittelpunkt des naturreichen Anwesens dar, das nicht nur bei Kreisfachberater Harald Schlöger auf Bewunderung stieß. Exners Garten sei das Gegenteil von dem "was heute opportun ist". Dessen Projekt "My Green Paradise" verfolge die Naturgarten-Idee, die ein "wildes Eck" in jedem Garten zum Ziel habe.

Eine weitere Station war die Gartenanlage der Familie Winterling. Vor rund fünf Jahren hatte der Vater von Eva Winterling mit der Rekultivierung der rund 10 000 Quadratmeter Fläche rund um das ehemalige Hammerwerk Selingau begonnen. Diesen Teil prägen Rosen, Koniferen und Rhododendren. Ein Blickfang am Gregnitzbach für die gut 1000 Besucher, unter ihnen war auch einer der Vorbesitzer, war ein rotblättriger Holunder der Sorte "Black Beauty".

Die Gäste wandelten auf verschlungenen Wegen, die sich auch durch den extensiv gestalteten Teil des Anwesen schlängeln. Blickfang waren zudem die Trockenmauern und bunten Pflanzflächen. Für einen reizvollen Kontrast sorgen der Waldrand auf der einen Seite des Baches und etwa zehn große, zum Teil bearbeitete Granitplatten auf der anderen Seite.

Eva Winterling überraschte ihre Gäste aber auch musikalisch. Mit ihrer Band "Schönbrunner Spielwiese" sorgte die Sängerin mit abwechslungsreicher Jazz- und Swing-Musik für eine ausgelassene Stimmung. Nach dem Besuch der Anwesen und den abwechslungsreichen Eindrücken der Gartenbepflanzung konnten sich die Gäste bei Kaffee und Kuchen - bereitgestellt vom Ebnather Gartenbauverein - stärken.
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