Bald wird nicht mehr gebohrt

Lokales
Ebnath
16.04.2015
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Auch wenn sich der Ansturm inzwischen in Grenzen hält, herrscht trotzdem allgemeines Bedauern, dass Dr. Rolf-Michael Heling (68) seine Zahnarztpraxis aus Altersgründen schließt. Ob es einen Nachfolger geben wird, ist fraglich.

(soj/man) Dr. Heling geht Ende Juni in den Ruhestand. Der Dentist hat auf der letzten Etappe seiner beruflichen Laufbahn nur noch eine überschaubare Anzahl von Patienten im Karteikasten. Bürgermeister Manfred Kratzer will jetzt unter allen Umständen verhindern, dass eine Versorgungslücke entsteht.

Das Gemeindeoberhaupt hat bereits mit der kassenzahnärztlichen Vereinigung Kontakt aufgenommen, um die Räumlichkeiten am "Überdamm 2 a" eventuell wieder neu zu besetzen. Dies scheint aber sehr schwierig zu werden, da immer mehr dieser relativ kleinen Praxen im ländlichen Raum verschwinden. Kratzer lässt indes nichts unversucht und macht auf der Homepage der Gemeinde potenziellen Kandidaten den Job schmackhaft (Hintergrund).

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, dass die Bundesmittel zur Förderung der Betriebskosten von Plätzen für Kinder unter drei Jahren in Kindertageseinrichtungen und in Tagespflege in der Kommune so behandelt werden, wie dies in den Nachbargemeinde der Verwaltungsgemeinschaft bereits seit 2011 gemacht wird. Demnach werden diese staatlichen Zuschüsse nicht direkt an den Träger des Ebnather Kinderhauses, die Katholische Kirchenstiftung, ausgezahlt, sondern von dem jeweils errechneten Defizit abgezogen.

Im Februar 2015 teilte das Bayerische Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration den Kommunen mit, dass ab sofort ein sogenannter Qualitätsbonus plus für die Kindertageseinrichtungen in Bayern vom Freistaat bezahlt würde. Voraussetzung für diese zusätzliche staatliche Leistung ist, dass auch die Gemeinde ihren kommunalen Anteil in gleicher Höhe anpasst und die zusätzlichen Mittel zur Qualitätsverbesserung in der Kindertagesstätte eingesetzt werden. Obwohl laut Bürgermeister Kratzer die Ebnather Einrichtung höchstes Qualitätsniveau aufweise und das Kinderhaus hervorragend ausgestattet sei, sollte die Gemeinde auf die staatlichen Zuschüsse nicht verzichten. Darüber waren sich auch die Sprecher von CSU, SPD und AWE einig.

Deshalb beschlossen die Räte einstimmig, dass Ebnath den kommunalen Förderanteil gleichfalls in der Höhe des staatlichen Qualitätsbonus plus für die Qualitätsverbesserung in der Kindertagesstätte St. Josef übernimmt. Die Gewährung steht aber unter dem Vorbehalt des Abschlusses einer Vereinbarung des Trägers mit dem Kindergartenpersonal bezüglich der Verfügungszeit, wobei als Grundlage die in der Sitzungsvorlage beispielhaft aufgeführte Konzeption dienen soll. Die Vereinbarung ist dem Gemeinderat vor Abschluss zur Genehmigung vorzulegen.

Genau hinsehen

Weiter beschloss das Gremium aufgrund der Stellungnahme durch die Polizeiinspektion Kemnath, im Naabweg und im Hammerweg keinen verkehrsberuhigten Bereich zu errichten. Von weiteren geschwindigkeitsreduzierenden Maßnahmen wird zunächst abgesehen. Gleichwohl wird die Gemeinde durch das neue Geschwindigkeitsmessgerät feststellen lassen, welches Tempo zu jeder Tages- und Nachtzeit gefahren und wie häufig die Straßen von den Verkehrsteilnehmern benutzt werden. Über diese Auswertungen wird der Gemeinderat informiert.

Weiter informierte Bürgermeister Kratzer, dass das Landratsamt Tirschenreuth die Haushaltssatzung mit Haushaltsplan für 2015 nach der rechtsaufsichtlichen Prüfung zurückgegeben habe. Die Satzung enthalte keine genehmigungspflichtigen Bestandteile.

Gemeinderat Bernd Kuhbandner wies auf defekte Fangnetze beim Radweg nach Neusorg hin. Bürgermeister Kratzer wird eine Prüfung veranlassen. Laut Gemeinderat Andreas Söllner wird der Fahrradweg aus Richtung Brand immer häufiger zweckentfremdet. Waren es früher nur Mofafahrer, so tummeln sich inzwischen immer wieder Biker mit schweren Crossmaschinen.
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