Blick auf "Konkrete Poesie"

Eine Wandinstallation aus Metallplatten, beschichtet, mit Schrift beklebt. In Anlehnung an die Konkrete Poesie von Professor Eugen Gomringer haben Ebnather Schüler etwas Besonderes geschaffen. Bild: ld
Lokales
Ebnath
17.09.2015
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Wer die Aula in der Ebnather Mittelschule betritt, stößt staunend auf eine neu gestaltete Wand. Sie ist das Ergebnis eines Projekts der letztjährigen 7. Klasse, das im Laufe des vergangenen Schuljahres entstanden ist

Klassleiter Georg Zaus hatte im Team mit den Fachlehrern Doris Lautenbacher (BoZ Technik) und Gabi Schmidt (Kunst) sowie externen Experten ein herausragendes Projekt zum beeindruckend erfolgreichen Abschluss gelenkt. Eine neunteilige Wandinstallation aus Metallplatten, farbig beschichtet, mit Schrift beklebt, in Anlehnung an die Konkrete Poesie, deren namhaftester Vertreter, Professor Eugen Gomringer, das Interesse und die Kreativität der Jugendlichen persönlich gelobt hatte.

Mit Hintergrund

In 16 Einzelbeiträgen hatten die Schüler den Hergang und Hintergrund ihrer Projektarbeit dargestellt. Ausgehend von einem Unterrichtsbesuch im Kunsthaus Rehau sowie einem Besuch des Weißenstädter Sees, um das dortige Stundenbuch Gomringers zu erwandern, hatten sich die Schüler im Deutschunterricht mit der lyrischen Form der Konkreten Poesie auseinandergesetzt und eigene Texte gestaltet.

Externe Experten, halfen bei der technischen Umsetzung. Besuche in deren Werkstatt sowie Besuche der Fachleute in der Schule zeigten Theorie und Praxis der Metallbearbeitung, des Berufs des Malers und der grafischen Arbeit eines Designers auf. So entstand unter Anleitung der Lehrkräfte sowie des Metalldesigners Harald Daubenmerkel, des Malermeisters Markus Maier und des Designers Lenz Leberkern die neunteilige Wandinstallation, die nun die Aula des Schulhauses in Ebnath als einzigartiges Kunstwerk ziert.

Dass für eine solche Projektarbeit persönliche Kontakte zu außerschulischen Personen und Einrichtungen, als auch Einblicke in deren Lebens- und Arbeitswelt unerlässlich sind, wird an diesem Projekt deutlich.

Dies hatte auch Klass-und Projektleiter Georg Zaus beim Abschluss der Arbeit in Anwesenheit des stellvertretenden Schulverbandsvorsitzenden der Mittelschule, Bürgermeister Peter König, Rektorin Sabine Graser, Konrektor Alexander Köstler, Hausmeister Rudi Küffner sowie der beteiligten externen Experten deutlich gemacht. Ein langer Weg führte zur Vollendung des Kunstwerks. In vielen Gesprächen über Vorstellungen, Ansichten und Meinungen entstand die jetzt sichtbare Form des fächerübergreifenden Projekts aus Kunst, Technik und Literatur. So konnte der Rahmen gegeben werden, in dem die Neugier und Freude für die vielfältigen Tätigkeits- und Wissensbereiche in der Planung und Umsetzung zu einem erfolgreichen Abschluss geführt werden konnte. Die Anwesenheit von Professor Gomringer zum Abschluss stellte eine besondere Ehre dar.

Rektorin Sabine Graser sieht hierin die Umsetzung vieler wichtiger Aspekte der schulischen Arbeit. Der Erwerb von Kompetenzen sei ein Ansatz, der auch dem im Schuljahr 2014/15 in der Grundschule eingeführten "LehrplanPLUS" zugrunde liege und sich hier wiederfinde. Die Verzahnung der Fächer und die Zusammenarbeit mit externen Partnern seien in vorbildlicher Art der Berufsorientierung umgesetzt und gestaltet worden. Die so gewonnenen Eindrücke und das dabei aktiv erarbeitete Wissen würden bei den Schülern in besonderer Erinnerung bleiben. Nicht zuletzt natürlich die Begegnung mit Professor Gomringer.

Der Nachwelt erhalten

Professor Eugen Gomringer, der heuer seinen neunzigsten Geburtstag feiern konnte, bereist im Dienst der Kunst nach wie vor die ganze Welt. In seinem Wohnort Rehau findet sich in dem von ihm gegründeten Institut "Konstruktive Kunst und Konkrete Poesie (IKKP) ein Zentrum der Kunstbegegnung. Dort soll die in Ebnath gezeigte Schülerarbeit in die Dokumentation mit aufgenommen werden.
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