Der Mode zum Trotz

Vorsitzende Inge Geißler (Mitte) bedankte sich mit einem Geräucherten für den interessanten Vortrag bei Kreisfachberater Harald Schlöger. Mit im Bild Anni Müller. Bild: soj
Lokales
Ebnath
14.11.2014
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Anlässlich der Herbstversammlung des Obst- und Gartenbauvereins referierte Kreisfachberater Harald Schlöger zum Thema "Tag der offenen Gartentür". Im Gepäck hatte er wertvolle Tipps zu Pflanzen und Pflege.

Der Referent zeigte sich überzeugt, dass sich in der Region eine Gartenkultur auf hohem Niveau entwickelt habe. Einige dieser Beispiele für gelungene Gartengestaltung für den ländlichen Raum stellte der Referent vor. Die Bilder stammten von Gärten, die am Tag der offenen Tür teilnahmen. Dort werden schöne Privatgärten der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Besucher können sich Gestaltungsideen für den eigenen Garten holen und Gespräche mit den Gartenbesitzern und gleichgesinnten Gartenfreunden führen. Zu besichtigen ist eine große Vielfalt an Gärten, die abhängig von der Persönlichkeit der Besitzer immer auch Ausdruck von deren Lebensphilosophie sind. Daraus ergibt sich eine besondere, lebendige Gartenkultur.

Der Gestaltung der Freiflächen kommt entscheidende Bedeutung zu, welchen Gesamteindruck ein Anwesen macht. "Dabei sind auch bei der Gartengestaltung traditionelle, einfache Lösungen empfehlenswert", sagte der Referent. Trockenmauern aus Gestein der Umgebung, schlichte Lattenzäune, wenig versiegelte Zufahrten und Hofflächen sowie bunte Bauerngärten trügen so zur regionalen Gartenkultur bei. Bereits bei der Planung eines Hausbaus lohne es, sich Gedanken zum "grünen Wohnzimmer" zu machen. Gebäudeanordnung und die Bepflanzung mit Bäumen und Sträuchern schufen Gartenräume. "Gerade Bäume geben im Garten Geborgenheit. Die richtige Auswahl hängt vom verfügbaren Platz ab. Obstbäume eignen sich etwa in kleinen Gärten."

Notwendiger Sicht- und Windschutz werde am besten durch eine freiwachsende Hecke aus Wild- und Blütensträuchern erreicht. Wüchsige, heimische Arten bildeten dabei das Gerüst und schmückten den Garten dezent mit Blüten, Früchten und farbigem Herbstlaub. Wildobstarten lieferten Früchte für die Küche oder seien Nahrungsgrundlage für eine Vielzahl von Insektenarten und Vögel. "Der Garten wird so zum Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanze." Strukturreichtum sei eine wichtige Voraussetzung für den Arten- und Biotopschutz. Dass Ökologie sehr schön sein kann, bewiesen die Stauden und Sommerblumen. "Je bunter und blütenreicher ein Garten, umso größer ist die Zahl der Nützlinge wie Schwebfliege, Florfliege oder Marienkäfer." Für sonnige Standorte böten sich die robusten Bauerngartenstauden wie Sonnenhut, Phlox oder Rittersporn an. Aber auch für den Schatten gebe es wunderschöne Stauden, unter anderem Storchschnabel, Frauenmantel oder Funkie.

Abgerundet wurde der Vortrag mit etlichen Bildern. Haus und Garten bilden laut Kreisfachberater Harald Schlöger eine Einheit. Neben der Funktionalität müssten auch die Ästhetik und die Ökologie berücksichtigt werden. Er bat die Zuhörer, zeitgemäße, einfache, bescheidene und auf keinen Fall "moderne" Lösungen bei der Gartenanlage zu verwirklichen. "Modischer Schnickschnack hat es an sich, dass ihn die Zeit überholt", meinte der Referent.

Mit vielen Bildern stellte Harald Schlöger die Gärten der vergangenen Jahre vor. Er hofft, dass sich auch zukünftig schöne Gärten finden. Für 2015 sind Gärten in Ebnath, Fuhrmannsreuth, Wernersreuth und Kulmain ausgewählt. Ergänzend haben die Umweltstation Waldsassen und der Kreislehrgarten Mitterteich geöffnet. Der Tag der offenen Gartentür findet immer am letzten Sonntag im Juni, diesmal am 28. Juni, statt. Inge Geißler, Vorsitzende des Obst- und Gartenbauvereins, dankte dem Referenten mit einem Geräucherten.
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