"Es gibt nur einen Gott"

Kaplan Thomas Kopp (rechts) aus Wunsiedel brachte den Zuhörern das Christen- und Judentum sowie den Islam näher. Bild: soj
Lokales
Ebnath
15.04.2015
12
0

Um Christentum, Judentum und Islam ging es im Pfarrgemeindehaus. Kaplan Thomas Kopp aus Wunsiedel ermunterte zu einer Auseinandersetzung mit der Glaubenssubstanz in einer Zeit der religiösen Vielfältigkeit.

An der Person Jesus Christus, der in den großen monotheistischen Religionen unterschiedlich gesehen wird, zeigen sich unterschiedliche Auffassungen bezüglich seiner Identität. Es stellt sich die Frage, wie die Apostel Jesus gesehen hatten, da sie ja den Glauben an die nächsten Generationen weitergegeben haben.

In der Auseinandersetzung mit den Autoritäten des damaligen Judentums stellen diese häufig die Frage "Wer bist du denn?", die Jesus von Nazareth dazu veranlasste, sich vor seinem eigenen Volk zu rechtfertigen: "Wo ich hingehe, dahin könnt ihr mir nicht folgen, mein Reich ist nicht von dieser Welt." Das Ereignis seiner Menschwerdung habe die gesamte Weltgeschichte verändert, ein Grund, warum Weihnachten und Ostern für die Christenheit die zentrale Bedeutung habe, so der Referent.

Verwandlung der Welt

Dann ging Kaplan Kopp auf das Judentum ein. Dieses sehe Jesus von Nazareth nicht als Sohn Gottes an, da ein Mensch nach jüdischer wie auch islamischer Auffassung nicht göttlich sein könne. Es sehe in ihm auch nicht den Messias, da er nicht die endgültige Verwandlung der Welt gebracht habe, die die Juden nach biblischer Prophetie vom Messias erwarten.

Dazu zähle man die Erbauung des Dritten Tempels, die Versammlung aller Juden im Land Israel sowie die Einleitung einer Zeit des weltweiten Friedens. Das Judentum sehe jene Erwartungen in Jesus als nicht erfüllt und warte daher noch auf den verheißenen Messias.

Im Islam, so Kaplan Thomas Kopp, stehe Mohammed und Jesus auf gleicher Ebene. Dabei hebe sich Mohammed insofern ab, weil nach deren Glauben durch Vermittlung des Engels Gabriel Gott dem Propheten den Koran als Offenbarung seines Gesetzes eingegeben habe. Außerdem wehre sich der Islam dagegen, für Jesus den Titel "Sohn Gottes" zu gebrauchen, da dies gegen die Einzigkeit und Majestät Gottes verstoße in heidnische Vielgötterei abdrifte. Große Unterschiede zur christlichen Lehre ergäben sich auch in der Sicht des Kreuztodes Jesu, sowie dem Sündenbegriff.

Glaube an Auferstehung

Einigkeit bestehe jedoch in allen drei Weltreligionen im Glauben an den einen Gott. Islam und Judentum begreifen den einen Gott als eine Person und lehnen daher das christliche Dogma der göttlichen Dreifaltigkeit ab. Auch innerhalb der Christenheit folgten Streitigkeiten über die wahre Identität Jesu. Schließlich betonte der junge Geistliche die Auferstehung Jesu als den Dreh- und Angelpunkt des christlichen Glaubens.
Weitere Beiträge zu den Themen: April 2015 (8563)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.