Genauso wild wie wir

Kleine Schaber stellten die Schüler gemeinsam mit Hans Bäte her. Der Feuerstein war am Ende so scharf, dass die Schüler damit Papier schneiden konnten. Bild: ld
Lokales
Ebnath
21.04.2015
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Wie war das mit Fred Feuerstein? Räder aus Steinen, Achse aus Holz und das Geschirr aus Knochen. Wie es in der Steinzeit wirklich zuging, erklärte Hobbyforscher Hans Bäte der 5.Klasse der Fichtelnaabtalschule in Ebnath.

Hans Bäte begann seinen Vortrag wirklich ganz von vorne. Auch wie Steine einst entstanden, erklärte der Gast den Fünftklässlern. Auf einem Stein aus dem Fundus von Hans Bäte war noch der Stachel eines Seeigels zu erkennen. Bäte macht sich öfter auf die Suche nach Spuren der Steinzeit und zeigte auf einer Karte die Orte, an denen es sich lohnt: Kemnath, Eisersdorf, Wirbenz sind dankbare Orte, am besten sei es dort an der Südseite einer Anhöhe zu suchen. Pfeilspitzen aus Knochen, Angelhaken aus Muschelschale und Mammutzähne präsentierte Bäte, alles habe er so gefunden.

Er berichtete, das sauch die Menschen der Steinzeit schön sein wollten und sich deshalb mit Perlen aus Eierschalen und aus Stein schmückten. Aus Mammutelfenbein stellten sie Flöten her. Steinzeitmenschen seien sin der Lage gewesen mit Steinklingen zu operieren, hätten sich also um ihre Kranken gekümmert. Bätes Fazit: "Sie waren keine ungehobelten Wilden, sondern Menschen wie wir."

In der Jungsteinzeit hatten die Menschen gelernt, Steine feiner zu bearbeiten und sie zu durchbohren. Dies stellte Bäte mit Hilfe eines Holunderstabes unter Beweis. Wahrscheinliche habe der Mensch in der Jungsteinzeit den wichtigsten Schritt in der Entwicklung gemacht: vom Jäger und Sammler zum Ackerbauern und Viehzüchter.

Mit ihrem Vieh hätten die Menschen unter einem Dach gelebt. Tiere, Familie, Scheune - alles im gleichen Gebäude, die Familie in der Mitte, weil es dort am wärmsten war. Dort wurden h Tongefäße verwendet und Kinder hatten schon Spielzeug.

Wie scharf eine Steinklinge war, konnten die Schüler am Ende selbst feststellen, nachdem sie mit einem kleinen, selbst hergestellten Schaber Papier schneiden konnten. Auch in der heutigen Medizin würden Feuersteine anstelle von Stahl verwendet, erklärte der Referent.

Zu bestaunen gab es auch Gegenstände aus der Zeit, als es noch keine Menschen gab: einen Wirbelknochen eines Sauriers, der vor 230 Millionen Jahren im Wasser gelebt hat, versteinerten Saurier-Kot und ein 70 bis 80 Millionen Jahre altes Saurierei, das in China gefunden wurde.Herzlich dankte Lehrerin Gertraud Kappl am Ende für die Unterrichtsstunde.
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