Polizeioberkommissar Manfred Ludwig führt Achtklässlern Folgen möglicher Taten vor Augen
Sich der Folgen bewusst sein

Zwei interessante und lehrreiche Unterrichtsstunden bescherte Polizeioberkommissar Manfred Ludwig den Achtklässlern der Fichtelnaabtalschule. Bild: ld
Lokales
Ebnath
15.12.2014
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Wenn Polizeioberkommissar Manfred Ludwig von der Bundespolizei Selb in die 8. Klasse nach Ebnath kommt, stehen den Schülern stets zwei hochinteressante und spannende Stunden bevor. Grenzschutz, Luftsicherheit, Küstenwache, Schutz von Bundesorganen, Verbandseinsätze sind die Aufgaben der blau uniformierten Beamten. Auch die Bahnpolizei ist Bundespolizei.

Wenn Manfred Ludwig die Schüler über Sicherheitsfragen informiert, geht es immer um Bereiche, die im Erfahrungsbereich der 15-Jährigen liegen. "Eigentum beschädigen geht gar nicht", lautet eine der Mahnungen des erfahrenen Polizisten, der seine Beispiele aus dem täglichen Leben bezieht. Die habe nichts zu tun mit der Fernsehwelt von Barbara Salesch und Alexander Hold. Von 46 000 Fällen von Vandalismus allein im Bereich der Bahn berichtete Ludwig, davon ein Großteil durch Graffiti. 50 Millionen Euro Schaden entstünden der Bahn dadurch. Im Bundesgebiet beläuft sich der durch Vandalismus angerichtete Schaden auf eine Milliarde Euro. Und alle Bürger, auch die Schüler selbst, bezahlen die Schäden mit, denn dafür werden Steuermittel benötigt und jeder, der etwas kauft, bezahlt zum Beispiel Mehrwertsteuer.

Besonders häufig haben es seine Kollegen im Einsatz mit arbeitslosen Jugendlichen zu tun. Die Zahlen stagnieren seit Jahren und natürlich gebe es Jugendgerichtshilfe und Programme wie "Anti-Aggressionstraining", zu denen straffällig gewordene Jugendliche verpflichtet werden. Sie suchen durch ihre Taten Anerkennung, möchten auffallen. Dort lernen sie, sich selbst zu akzeptieren, fühlen sich wohler und werden zufriedener.

Ludwig erinnerte an das Grundgesetz, an das Recht jedes Menschen auf Würde, Ehre und Unverletzlichkeit. Cyber-Mobbing sei ein Angriff auf die Ehre und könne eine Anzeige wegen Beleidigung zur Folge haben. Einbrüche, Diebstähle und vor allem Trickdiebstähle würden zunehmen, aber schon das Einritzen in eine Schulbank sei Beschädigung fremden Eigentums. Beleidigungen, üble Nachrede, Körperverletzung, Nötigung, Raub, Erschleichen von Leistungen und die Nutzung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen kämen häufig vor.

Mit dem 14. Geburtstag würde sich für den Jugendlichen vieles verändern: Das Jugendgerichtsgesetz (JGG) finde Anwendung. Nach Verurteilung könne es zu den bekannten Sozialstunden kommen, zur Verpflichtung, für eine bestimmte Zeit bei einer anderen Familie oder im Heim zu wohnen. Der Besuch von Veranstaltungen könne verboten werden und der Jugendliche könne zur Teilnahme an Kursen verpflichtet werden. Zuchtmittel nach dem JGG seien Verwarnung, Erteilung von Auflagen, Arrest oder Jugendstrafe von sechs Monaten bis zu zehn Jahren mit Resozialisierungsmaßnahmen. Unter das sogenannte Verbringungsverbot zählen Springmesser, Butterflymesser, Einhandmesser und Schlagringe.

Abschließend warnte Ludwig eindringlich vor der Verwendung von Feuerwerkskörpern aus der Tschechischen Republik. Sie seien häufig nicht sicher, die Zündschnüre würden anders funktionieren und immer gebe es Fälle, bei denen unachtsame, unbelehrbare Personen mit einem einzigen Knallköper, als "La Bomba" bekannt, eine Hand verloren haben.
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