Gemeinderatssitzung Ebnath
Untergrund marode

Politik
Ebnath
09.06.2016
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Um den Ebnather Untergrund ging es in der jüngsten Gemeinderatssitzung, und auch um den Zustand der Straßen. Das Gremium stellte planerische Weichen.

Wie die Gemeinde bei den anstehenden Kanal- und Straßensanierungen weiter vorgehen will, erläuterte Harald Götz vom gleichnamigen Ingenieurbüro. Dieser stellte die Ergebnisse der Kanalbefahrung 2015 für einige Straßen vor und erklärte dazu den entsprechenden Zustand. In der engeren Beobachtung standen Ringstraße, Schulstraße, Sonnenstraße, Blumenstraße, Gartenstraße, Kalvarienbergweg, Kösseinestraße, Gregnitzweg und Hofweiherweg.

Die Bewertung ergab eindeutig, dass besonders die Kanäle in der Ringstraße, im oberen Teil der Schulstraße und der Kanal an der Schule in sehr schlechtem Zustand sind. Hier ist vor allem auch der Fremdwasseranteil extrem hoch. Aber auch bei den anderen Straßen sind die Kanäle teilweise in schlechtem Zustand. Bei manchen reiche aber auch eine punktuelle Sanierung aus.

Die Gemeinderäte Josef Söllner und Bernd Kuhbandner forderten über die vom Ingenieurbüro aufgeführten Straßen und Kanäle eine Beurteilung sämtlicher Schäden, um sich über ein Gesamtkonzept zur Sanierung der Kanäle zu einigen. Vorrang sollten in diesem Jahr die Sanierung der Kanäle haben, in die große Mengen Fremdwasser eindringen und damit die Kläranlage belasten. Einstimmig beschlossen die Räte, dass sich der Bauausschuss bis spätestens 17. Juni trifft, um einen Vorschlag auszuarbeiten.

Für die restlichen in 2015 befahrenen Straßen ist bis Ende August eine Prioritätenliste aufzustellen, so dass eine Gesamtlösung vorliegt. Zur Kostenminderung sollen punktuelle Sanierungen bevorzugt werden. Nach Vorlage der Sanierungskonzepte sind die Straßenanwohner zu informieren, um das weitere Vorgehen abzusprechen.

Märkte im Fokus


Ein weiterer Tagesordnungspunkt war eine Diskussion über den Fortbestand der Märkte in Ebnath. Bernd Kuhbandner bewertete den Pfingstmarkt als Negativwerbung für die Gemeinde. Sehr wenige Fieranten waren anwesend, das Angebot an Waren deshalb äußerst gering und dementsprechend auch wenig Besucher. Die Ausgaben für die Märkte belaufen sich nach Auskunft des Bürgermeisters auf 3000 bis 4000 Euro pro Jahr.

Hierzu zählen unter anderem das Aufstellen von Verkaufsständen durch die Bauhofmitarbeiter, das Absperren der Straßen sowie das Aufräumen. Bürgermeister Manfred Kratzer zählte seine ganzen Bemühungen der letzten Jahre auf, die Märkte wieder attraktiver werden zu lassen, die aber letztendlich keinen sichtbaren Erfolg brachten. Er hatte bisher Einladungsschreiben an alle Selbständigen und die Mitglieder des Gewerbevereins in Ebnath versandt, auswärtige Fieranten angeschrieben und selber auf vielen umliegenden Märkten Einladungen verteilt und mit Fieranten gesprochen. All das brachte keinen Erfolg. Nur der Weihnachtsmarkt, der laut Gemeinderat Kuhbandner vom Engagement des Gewerbevereins profitiere, sei bisher immer ein Erfolg gewesen.

Einig waren sich die Räte, dass die seit mehreren Jahrhunderten bestehenden Märkte zunächst erhalten bleiben sollten. Ein Auflösen würde laut Gemeinderat Josef Söllner die verkaufsoffenen Sonntage gefährden, was für die einheimische Geschäftswelt eine Verschlechterung darstellen würde. Bürgermeister Kratzer fragte in die Runde, wer sich bereiterklären würde, mitzuhelfen, die Märkte in Ebnath wieder attraktiver zu gestalten. Josef Söllner und Siegfried Weiß erklärten sich bereit, ihre Ideen einzubringen. Gemeinderat Reinhardt Müller erklärte, dass sich bereits jetzt einige Personen damit beschäftigen, den Weihnachtsmarkt in diesem Jahr etwas aufzupeppen. Geplant sei der Markt rund um die Kirche. Bernd Kuhbandner meinte dazu, dass der Gewerbeverein hierbei aber federführend mit dabei sein sollte.

Bürgermeister Kratzer informierte weiter, dass im Freibad Selingau demnächst der Eingangsbereich geändert wird. Das Eingangstor wird versetzt und die Sitzplätze um das Kiosk werden mit Sichtschutzzäunen umgeben.

In Ebnath einkaufen


Bei dem Tagesordnungspunkt Anfragen machte sich Michael Sticht kundig, ob sich am Einkaufsverhalten der Gemeinde Ebnath im letzten Quartal etwas geändert habe oder ob weiterhin versucht wird, bei den Ebnather Gewerbetreibenden einzukaufen, um die örtlichen Geschäfte zu unterstützen und mit einem guten Beispiel voranzugehen.

Eine Änderung dieses Verhaltens hat der Bürgermeister ausdrücklich verneint und entsprechend beschrieben, dass alle getätigten Einkäufe wie Geschenke für Jubiläen und Geburtstage in den letzten drei Monaten bei den Ebnather Gewerbetreibenden getätigt wurden, bis auf kleine Ausnahmen von Büro- bzw. Verbrauchsmaterial, das in Ebnath nicht verfügbar ist.

Gemeinderat Josef Söllner wies darauf hin, dass aus den Reihen der Bevölkerung an ihn herangetragen wurde, dass das Freibad in der Selingau vor 60 Jahren, nämlich am 8. Juli 1956, eingeweiht wurde. Vielleicht könne die Gemeinde bei passender Gelegenheit daran erinnern. Abschließend informierte Bürgermeister Manfred Kratzer, dass augenblicklich keine Unterbringungen von Asylbewerbern in Ebnath geplant sei.
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