Abriss oder Umbau

Vermischtes
Ebnath
29.09.2016
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Die alte Schule in Ebnath wird umgebaut. Bei einem Tag der offenen Tür konnte sich die Bevölkerung ein Bild von dem Projekt machen. Bürgermeister Manfred Kratzer blickte zunächst auf die Historie des Gebäudes zurück.

Das Baujahr ist nicht mehr bekannt. Im Buch "Hofmark Ebnath" steht, dass das ältestes Schulbild aus dem Jahre 1890 stammt, auf dem auch der damalige Hauptlehrer Hohenester zu sehen ist. In der Nachkriegszeit wurde die Schule im Jahre 1950 erweitert, es entstanden zwei Lehrerwohnungen.

Nach dem Neubau der jetzigen Fichtelnaabtalschule in der Mitte der 70er Jahre wurden die Wohnungen des alten Schulhauses an Bürger vermietet. Heute befinden sich im ehemaligen Schulhaus Ausstellungsräume der Firma Möbel Kellner und des Bestattungsunternehmers Becher aus Ebnath. Der Keller wird durch den Gartenbauverein und die Feuerwehr genutzt. Einige Räume stehen leer und dienen als Lagerflächen.

Anschließend durften die Anwesenden durch die alte Schule schlendern. Für manche Besucher wurden wieder Erinnerungen an die eigene Schulzeit wach. Weitere Informationen erhielten die Teilnehmer dann im Sitzungssaal des Rathauses. Warum soll die alte Schule eigentlich umgebaut werden? Auf diese Frage ging Bürgermeister Manfred Kratzer zunächst ein.

Im Rahmen des Projekts "Ort schafft Mitte" wurde zusammen mit der Steinwaldallianz versucht, an gewisse Fördertöpfe zu gelangen. Bei einer ersten Vorstellung des Vorhabens "Umbau der alten Schule" zeigten sich die Verantwortlichen bei der Regierung in Regensburg sehr angetan. Die Vorschläge der Gemeinde waren bei einem eventuellen Umbau die Integration einer Arztpraxis, die Erstellung von seniorengerechten und barrierefreien Wohnungen sowie Schaffung von Räumen für Vereine und Gemeinde.

Vision im freien Raum


"Darüber hinaus haben wir eine Zukunftsvision der innerörtlichen Neugestaltung aufgezeigt, die wiederum den Abriss der "Obstecke" mit Neugestaltung des dann entstehenden freien Raumes am Marktplatz beinhaltet", so der Bürgermeister. Das beauftragte Architekturbüro Kuchenreuther aus Marktredwitz bezeichnete die Lage der alten Schule als optimal. Demnach liegt es in der Dorfmitte, eine Bäckerei und ein Lebensmittelgeschäft sowie weitere Geschäfte befinden sich in unmittelbarer Nähe. Außerdem sind Parkmöglichkeiten gegeben.

Das Fazit des Bürgermeisters: "Die Investition für den Umbau der alten Schule wäre auch wegen der aktuellen Zinslage gut angelegt, ein "Schandfleck" oder zumindest eine "Unansehnlichkeit" wäre beseitigt, dem demografischen Wandel werde entgegengewirkt, der dörfliche Handel werde gestärkt und letztendlich hat die Gemeinde wieder Möglichkeiten, Mietwohnungen anzubieten."

Aus der Immobilie soll eine attraktive Variante für eine wohnortnahe Gesundheitsversorgung und für barrierefreies Wohnen werden. Für die Gebäudekosten liegt derzeit lediglich eine Kostenschätzung vor. Eine genaue Kostenberechnung ist noch in Arbeit. Danach belaufen sich die Kosten auf circa 1,45 Millionen Euro für das Gebäude, die Gesamtkosten liegen bei circa 1,9 Millionen.

Zuschuss vom Freistaat


Die Bezuschussung durch den Freistaat Bayern für die förderfähigen Kosten, die bei circa 1,2 Millionen Euro liegen dürften, ist in Aussicht gestellt. Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung soll den politisch Verantwortlichen die Entscheidung erleichtern, ob das geplante Objekt demnächst in Angriff genommen oder ob das alte Schulhaus dem Erdboden gleichgemacht werden soll.
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