Applaus für Schuba
Kochen und integrieren

Vermischtes
Ebnath
05.04.2016
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Essen hält Leib und Seele zusammen. Und auch jede funktionierende Integration hat eine kulinarische Seite.

Der Gewerbeverein bietet neben einer breiten Produktpalette auch leibliche Genüsse. Viele Menschen, die im Ort ihre zweite Heimat gefunden haben, zeigen bei Kochabenden im Möbelhaus Kellner ihre Künste. Die Organisatoren wurden für ihren Wagemut mit einem leckeren Gericht aus der Ukraine belohnt.

Valeria Pausch, die Besitzerin des Gasthofs Bergblick, kochte zusammen mit interessierten Frauen und Männern ein Gericht aus ihrer alten Heimat, das sie von ihrer Oma gelernt hat, das sogenannte "Schuba". Als Zutaten werden dazu Heringe in Öl, Zwiebeln, Möhren, Kartoffeln, Rote Bete, Essig und Pflanzenöl benötigt.

Bissfestes Gemüse


Nachdem das Gemüse bissfest gegart worden und wieder abgekühlt war, wurde geschält und grob geraspelt. Dann wurden die Heringe in kleine Würfel geschnitten und auf den Boden einer flachen Glasschale ausgebreitet. Schließlich wurde das Gemüse in mehreren Schichten aufgetragen. Jede Schicht ausreichend mit Essig und Öl beträufelt: Schwupp, war das Schuba fertig. Für den Gewerbeverein bedeuten diese Kochabende immer wieder einen Beitrag zur Integration.

Dass Valeria Pausch, ihr Ehemann Waldemar und Sohn Arthur schon lange echte Ebnather sind, ist in der kleinen Fichtelgebirgsgemeinde allen bekannt. Die Familie war aus ihrer Heimat, wo sie nahe der ungarischen Grenze lebte, bereits 1995 als deutsche Spätaussiedler nach Deutschland gekommen.

Zunächst in einem Aufnahmelager in Friedberg bei Stuttgart angekommen, ging es einige Tage später weiter nach Nürnberg. Zunächst fanden sie dann in Grafenwöhr für drei Monate eine Unterkunft, bevor sie im November 1995 in die Grünlasmühle bei Ebnath zogen. Hier hatten bereits Verwandte der Familie Pausch gewohnt. 1996 fand Valeria Pausch eine Anstellung im Gasthof Bergblick als Bedienung.

Holz und Fußball


Ihr Mann arbeitet als gelernter Schreiner auch in seiner neuen Heimat in seinem Beruf weiter. Sohn Arthur fand schnell viele Freunde in Ebnath, wo er auch viele Jahre für die DJK die Fußballschuhe schnürte. In der Zwischenzeit hat die gelernte Technologin für Lebensmittel den Gasthof Bergblick übernommen. Die Familie Pausch steht für gelebte Integration in Ebnath.
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