"Bio" keine Hexerei

"Wo "Bio" draufsteht, muss auch "Bio" drin sein. Darauf besteht Diplom-Agraringenieurin Elisabeth Waldeck . Bild: soj
Vermischtes
Ebnath
01.10.2016
45
0

Was ist eigentlich "Bio"? Jeder weiß es irgendwie, aber irgendwie auch wieder nicht. Ein Vortrag bringt Licht ins Dunkel.

/Brand. "Drei gute Gründe, warum ich die Richtige bin, Ihnen zu erklären, was Bio wirklich ist: erstens ich bin Projektleiterin der Öko-Modellregion Steinwald, die die Aufgabe hat, den Ökolandbau in der Region zu fördern, zweitens bin ich selber Bio-Landwirtin und habe eine kleine Nebenerwerbslandwirtschaft, und den dritten Grund verrate ich Ihnen erst später, sonst würde ich mir selber die Spannung vermasseln."

So stellte sich Diplom-Agraringenieurin Elisabeth Waldeck den etwa 30 Zuhörern der KAB Ebnath und Brand im Pfarrgemeindehaus in Ebnath vor. KAB-Vorsitzende Marita Kuchenreuther freute sich über die Resonanz. Auch der Brander Bürgermeister Ludwig König war gekommen. Bevor Elisabeth Waldeck mit ihrer Präsentation startete, stellte sie erst einmal die Frage ans Publikum, wer denn eine Vorstellung habe, was sich hinter Bio-Lebensmitteln verberge.

Fachwissen vorhanden


Die Expertin konnte erfreut feststellen, dass doch sehr viele von den allgemeinen Vorgaben wie Verzicht auf chemisch-synthetische Pflanzenschutz- und Düngemittel sowie artgerechte Tierhaltung eine Ahnung hatten.

Die wichtigste Grundlage des Ökolandbaus war dann aber doch den meisten neu: Produkte dürfen nur dann den Titel "Bio" oder "Öko" tragen, wenn sie nach den rechtlichen Grundlagen eines EU-weiten Gesetzes erzeugt wurden - der EU-Öko-Verordnung. Somit konnte auch die brennende Frage, die sich die meisten Verbraucher immer wieder stellen, geklärt werden. "Wo Bio draufsteht, muss auch Bio drin sein", erklärte Waldeck, denn es bestehe für Bio-Produkte eine lückenlose Kontrollpflicht vom Bauern über die Händler bis zum Verarbeiter.

Dabei lüftete sie auch das Geheimnis des dritten Grundes, warum sie so gut über Bio Bescheid weiß: Sie ist im zweiten Job auch noch Kontrolleurin für Bio-Betriebe. Im Weiteren untermalte die Rednerin mit vielen Bildern, wie nach Öko-Verordnung gearbeitet werden muss. So kommt es im Pflanzenbau vor allem auf eine gute Fruchtfolge mit "stickstoffsammelnden Leguminosen" wie Erbsen und Klee und die eigenen Wirtschaftsdünger im Bio-Betrieb an. In der ökologischen Tierhaltung sind sehr großzügige Mindest-Stallflächen vorgeschrieben, den Tieren muss vor allem auch Zugang zu Freigelände gewährt werden in Form von Laufhof oder Weidegang.

Passendes Futter


Außerdem brauchen alle Bio-Tiere eingestreute Liegeflächen, es muss mit biologisch erzeugtem Futter gefüttert und Medikamente dürfen nicht als Wachstumsförderer eingesetzt werden. Bei der Herstellung von Bio-Lebensmitteln sind nur rund 50 der über 300 in der konventionellen Verarbeitung zugelassenen Zusatz- und Hilfsstoffe erlaubt und im ganzen Bio-Bereich muss GVO-frei gewirtschaftet werden.

Damit die Anwesenden dann im Laden auch die Bio-Lebensmittel von anderen unterscheiden können, teilte die Projektmanagerin noch einige Lebensmittel und Umverpackungen aus. Die meisten Gäste hatten keine Probleme, die Bio-Produkte am grünen EU-Bio-Logo zu erkennen. Interessierte konnten sich überdies noch am umfangreichen Flyer-Sortiment der Öko-Modellregion bedienen, zu dem beispielsweise auch ein Einkaufsführer mit Bezugsadressen von Bio-Lebensmitteln in der Steinwald-Allianz gehört.

Zum Schluss bedankte sich Marita Kuchenreuther bei der Vortragenden für den informativen Abend und überreichte ein kleines Geschenk.
Weitere Beiträge zu den Themen: Elisabeth Waldeck (2)Bio Brand (1)
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.