Gerhard Kuhbandner verstorben
Die Musik verstummt

Gerhard Kuhbandner
Vermischtes
Ebnath
01.10.2016
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Gerhard Kuhbandner ist tot. Der Ebnather Kirchenmusiker verstarb am Samstag völlig überraschend auf dem Weg nach Hamburg. Wie in seinem ganzen Leben ging es auch bei der letzten Reise um Musik.

Gerhard Kuhbandner starb am Samstagmorgen während einer Musicalfahrt mit "seinem" Kirchenchor nach Hamburg. Der Bus war kaum gestartet, als Kuhbandner plötzlich zusammensackte. Alle Versuche, ihm zu helfen, blieben vergeblich. Weit über Ebnath hinaus war der Organist und Chorleiter der Pfarrei Sankt Ägidius bekannt und geschätzt.

Am 22. November 1950 geboren, verbrachte er sein Berufsleben als Beamter am Landratsamt Wunsiedel, zuletzt als Regierungsrat in leitender Position in der Personalabteilung. Noch nicht lange genoss er seinen Ruhestand. Im Ehrenamt war Gerhard Kuhbandner nach wie vor aktiv. Schon 1964 hatte er die Leitung des Jugendchors in Ebnath übernommen, auch an der Kirchenorgel half er bereits als 14-Jähriger aus. 1973 folgte er Adalbert Hohenester als Leiter des Kirchenchors. Beinahe alle Mitglieder des Jugendchors wechselten mit ihm in den Kirchenchor und brachten neuen Schwung.

Kuhbandner führte die wöchentlichen Proben ein, die „Singstunden“. So beherrschte der Chor bald ein beachtliches Repertoire. Dazu zählten Werke alter Meister ebenso wie die Lieder von Gen Rosso, die in den 1970ern die Kirchenmusik revolutionierten. Auch „neues geistliches Liedgut“ oder Popsongs konnte der Chor etwa bei Hochzeiten anbieten. Kuhbandner hat sich keiner Musikrichtung verschlossen. Er suchte bis zuletzt nach neuen Chorsätzen und bearbeitete sie, um sie für seinen Chor singbar zu machen.

Für seine Verdienste um die Kirchenmusik nahm Kuhbandner viele Auszeichnungen entgegen, 2003 etwa die Johann-Andreas-Schmeller-Medaille des Landkreises Tirschenreuth, 2008 die Bürgermedaille der Gemeinde Ebnath und 2010 das Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten für besondere Verdienste um das Ehrenamt. Bei der Weihnachtsfeier am 27. Dezember 2015 erhielt er für 50 Jahre im Kirchenchor das Ehrenzeichen des Cäcilienverbands. Die Pfarrgemeinde Ebnath verliert nun nicht nur Organisten und Chorleiter, sondern einen unermesslichen Schatz an Wissen um die Kirchenmusik, an liturgischem Wissen und an Wissen um die Geschichte der Pfarrei und der Pfarrkirche.
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